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Spurlos verschwunden

Roman nach einer wahren Begebenheit

Ja, wir werden ein Kind bekommen. In dieser Sekunde entschied sie sich für ein Kind, ohne die Konsequenzen zu erahnen. Wie auch, wie hätte sie ahnen können, was dieses Kind ihr einmal antun wird.
Eine Stunde später ging Anna freudig beschwingt zu ihrem Auto. Eigentlich fühlte es sich gar nicht so schlecht an, Mutter zu werden, ging es ihr durch den Kopf, während sie sich mit der rechten Hand sanft über ihren Bauch strich. So, als müsse sie etwas ganz zartes und fragiles schützen. Ja Kleines, wir werden uns in knapp acht Monaten in die Augen schauen. Mal sehen, was wir daraus machen. Wenn sie geahnt hätte, was daraus werden würde? Sie hätte sich ganz sicher anders entschieden.

 

Zwei Tage nach ihrem Arztbesuch stand das Wochenende vor der Tür. Anna hörte Hennings Wagen in die Garage fahren und konnte es nun kaum erwarten, ihm von dieser Neuigkeit zu berichten.

„Hallo Schätzchen, na, wie war deine Woche?“ Henning sah etwas müde und abgespannt aus. Anna dagegen war ganz hibbelig, total aufgedreht, wollte diese Neuigkeit unbedingt schnell an den Mann bringen. Sie ließ Henning kaum Zeit, seine Aktentasche abzustellen. Er konnte ihr gerade noch einen Begrüßungskuss geben, da drückte sie ihn nervös weg und erwiderte, „prima, aber ich habe eine Überraschung für dich?“

„So, na dann lass mal sehen, was du mir wieder Schönes gekauft hast.“

„Ich muss dich enttäuschen, ich habe nichts für dich gekauft, du hast dir diese Überraschung selber gemacht.“

„So, na da bin ich jetzt aber schon neugierig. Komm sag schon, was ist es denn? Was für eine Überraschung habe ich mir selbst gemacht? Das müsste ich dann doch wissen?“

„Das will ich schwer hoffen, dass du das noch weißt.“

„Jetzt machst du es aber wirklich spannend und mich schrecklich neugierig. Mir fällt nichts dazu ein. Ach komm sag schon, was ist es denn?  Ich bin viel zu müde, um Rätsel zu raten.“

„Es ist hier drin“ und zeigte auf ihren Bauch. Einen Moment stutzte er und war sich nicht sicher, ob er des Rätsels Lösung richtig deutete.

„Sag bloß, du bist schwanger?“ Henning schaute ungläubig in Annas Augen und danach auf ihren Bauch. Dann beugte er sich runter und legte sein Ohr an ihren Bauch.

„Na, hörst du es schon schreien. Erschreck es nicht.“
Er nahm sie in den Arm und küsste sie wie verrückt. Sie bekam kaum noch Luft.

„Was wird es, ein Junge oder Mädchen?“
Henning war so aufgeregt, wie ein kleiner Junge, der endlich seinen lang ersehnten Nintendoplayer bekam.

„Das kann man doch jetzt noch nicht wissen und ich will es glaube ich auch gar nicht vorher wissen. Es wird was es wird.“

Da ahnte niemand, was alles noch passieren würde.

Spurlos verschwunden
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