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Echter Frauenroman – Frauenpower – Für Männer nicht geeignet!

Diesen echten Frauenroman, dürfen MÄNNER NICHT lesen !

Nur Frauen sollten ihn lesen und genießen!

„Gil, wer sagt, dass wir die Männer brauchen?“

Dritte Leseprobe:

Am nächsten Morgen hatte Dave das Frühstück gemacht und versuchte höflich zu bleiben, obwohl es ihm sichtlich schwer fiel.

„Komm spuck es aus.“

„Was? Was soll ich ausspucken?“

„Was du mir gerne an den Kopf werfen willst. Und erzähl mir jetzt nicht, dass du nicht immer noch sauer bist, weil ich mich gestern verdünnisiert habe und du im Gästezimmer schlafen musstest.“

„Du hast dich nicht nur schamlos vom Acker gemacht, sondern mich auch noch ausgesperrt, ausgesperrt aus unserem gemeinsamen Schlafzimmer.“

„Ich war schrecklich müde und wollte schlicht nicht gestört werden.“

„Wieso warst du eigentlich so sauer über mein Gedicht? Es war doch eine Liebeserklärung, die ich dir machte und du hast mich wie einen Idioten aussehen lassen. Im Übrigen hat keiner wirklich  verstanden, wieso du deshalb so sauer reagiert hast.“

„Die Männer, meinst du wohl, konnten meine Reaktion nicht verstehen. Weil euch Männern einfach das Einfühlungsvermögen in andere Menschen abgeht.“

„Was genau willst du damit sagen?“

„Nur, dass ihr Männer ein Einfühlungsvermögen wie ein Ambushammer habt.“

„Dann sprich mit mir, sag mir, was genau du beleidigend fandst? Was?“ schrie Dave nun beinahe vor Wut.

„Nur eins zum Beispiel, dann hab ich keine Lust mehr weiter drüber nachzudenken. Zum Beispiel……..“

 

Daraufhin wurde Dave sehr wütend und verließ aufgebracht das Haus. Sie hatte noch mitbekommen, dass er offenbar mit jemandem telefonierte. Allerdings bekam Esther nur kleine Fetzen mit, da Dave wie aufgezogen wütend im Flur auf- und ablief, während er sprach. Das einzige, was sie genau verstand war, das er zu dieser Person sagte, sie habe ihn gelinkt. Was er wohl damit meinte? Das hätte Esther doch zu gerne gewusst.

 

Sie stand noch einen Moment lang am Fenster, sah wie Dave sehr erregt davonbrauste und fragte sich, wie es wohl anderen Frauen nach so vielen Ehejahren ergehen würde. Lebten sie auch nur noch nebeneinander her? Hatten sie überhaupt noch Sex? Da fielen ihr wieder Maureens Worte ein, als sie sagte, wie froh sie wäre, wenn ihr Mann Keith sie überhaupt noch wahrnehmen würde.

Ich bin mir da ziemlich sicher, dass bei den beiden im Schlafzimmer absolute Flaute herrscht. Da verwette ich meinen Hintern für. Ob die Natur das so gewollt hat oder hat uns dieses monotone Eheleben die Kirche irgendwann eingebrockt? Vielleicht sind wir ja gar nicht für die Monogamie geschaffen?

Während sie vom Fenster aus in den Garten und auf das Chaos dort unten schaute, fiel ihr ein Bericht ein, den sie erst kürzlich gelesen hatte. Es ging um das Thema Monogamie, und das die Monogamie eigentlich totaler Unsinn sei. Und das die romantische Vorstellung der ewigen Liebe zwar ein schöner Gedanke, ein wunderschöner Wunsch, ein schöner Traum, biologisch gesehen jedoch der totale Unsinn sei. Die Natur habe es nun einmal so eingerichtet, dass männliche Wesen durch ihre natürlichen Voraussetzungen davon angetrieben seien, sich mehrmals fortzupflanzen. Und Frauen sind auf der Suche nach dem besten Gen für ihre Nachwuchs.

Esther dachte eine Weile über diesen Artikel nach. Klar, gibt es natürlich Ausnahmen, dass Paare ein Leben lang zufrieden miteinander leben können. Die arrangieren sich dann irgendwie. Aber hat das noch etwas mit Liebe zu tun, von Sex oder gutem Sex will ich da gar nicht erst sprechen. Wenn ich da an meine Eltern denke. Aber glücklich? Nein glücklich sieht für mich anders aus. Nein, das will ich nicht. So zu leben, wie meine Eltern, bis ich in die Grube fahre, nein, das ist für mich keine Option, sprach sie in Gedanken vor dem Fenster zu sich selbst und beobachtete dabei eine Katze, die gerade um den kleinen Goldfischteich ihres Nachbarn schlich.

„Lass dich nicht von meinem Nachbar dabei erwischen Kätzchen. Da versteht der Bastard keinen Spaß mehr, kleine Mieze“ rief sie laut der Katze entgegen.

 

Beim Wegräumen das Frühstücksgeschirr versuchte sie sich auf etwas Schöneres zu konzentrieren, was ihr jedoch nicht wirklich gelang. Ihre Gedanken kreisten unablässig um die Frage, ob es in anderen Ehen auch irgendwann zu einem derartigen Ende kommen würde. Sie ging zurück ins Wohnzimmer zu ihrer Couch, streckte sich lang aus und lies den gestrigen Abend Revue passieren. Sie schnappte sich ihren Stoffhund vom Sofarand, wo er seinen angestammten Platz hatte, hielt ihn über sich und schaute ihm in seine schwarzbraunen Knopfaugen.

„Vielleicht haben ja andere Frauen genau wie ich, eigentlich keinerlei Ahnung von den heimlichen Wünschen, den Träumen- und Gedankenwindungen ihrer Männer? Genauso wenig, wie die Männer offenbar verstehen, wonach wir Frauen uns tatsächlich sehnen. Was in ihren so kühlen Köpfen in Wirklichkeit herumspukt? Welche Geheimnisse sie vor ihren eigenen Ehefrauen über Jahre verbergen können, wie man immer wieder liest. Aber wieso geschieht das alles? Waren nicht alle Paare irgendwann mal schrecklich verliebt und hatte man sich nicht geschworen, sich immer alles zu sagen, immer ehrlich miteinander umzugehen?“ fragte sie ihren Stoffhund, einer relativ großen Cocker King Charles Nachahmung. Nachdenklich starrte sie in seine Kulleraugen, während noch mehr Fragen auftauchten.

„Verlieren wir vielleicht die Sensibilität für Realitäten in der Routine einer Ehe? fragte sie ihn, als könne der Stoffhund ihre Fragen beantworten.

„Und kannst du mir mal sagen, wieso wir Frauen nicht in der Lage sind, unsere sexuellen Wünsche auch bei unserem Ehemann richtig zu kommunizieren? Wieso schaffen wir es meistens nicht, unsere heimlichen Wünsche mit Nachdruck zu fordern? Vielleicht würden dann die meisten Ehen nicht in dem täglichen Einerlei oder der Scheidung enden? Aber was hat Dave bloß veranlasst, so ein Gedicht zu schreiben? War es vielleicht eine Art heimliche Rache, weil auch er sich sexuell von mir nicht verstanden fühlt, sich sexuell langweilt, genau wie ich? Vielleicht haben wir auch einfach viel zu jung geheiratet und Kinder bekommen. Was hatten wir denn schon großes bis dahin erlebt? Nichts, eigentlich nichts Weltbewegendes. Aber was um alles in der Welt hatte er sich nur dabei gedacht, ausgerechnet an meinem fünfzigsten Geburtstag so etwas vor all unseren Freunden vorzulesen? Und dann noch zu glauben, dass ich mich darüber freuen würde. Warum hat er nicht einfach mal mit mir gesprochen? Hey Charlie, sag, warum haben wir nicht mal über unsere Beziehung gesprochen? Du hast das gut, kleiner Hund, du musst dich nicht mit solchen Fragen quälen.“

Sie legte den Hund wieder auf seinen angestammten Platz zurück und stand auf, ging in die Küche, um sich ein Glas Sekt einzuschenken.

Außer Lynn Paddy schien niemand den Frust gespürt zu haben, der sie in diesen Moment begleitete, sie fest umklammerte, sie schier lähmte, als Dave diese schrecklichen Zeilen zum Besten gab.

Er hat alles kaputt gemacht, dachte sie. Sie ging zurück zur Couch und starrte an die Decke. Eine Menge Bilder tauchten jetzt vor ihr auf und Esthers Gedanken liefen ein weiteres Mal mit ihren Gefühlen, die sich gerade im Chaos befanden, um die Wette. Schmerzlich erinnerte sie sich jetzt wieder an die wundervolle Zeit, als sie Dave das erste Mal begegnet war. Es war auf einer Party. Die Geburtstagsfeier ihrer besten Schulfreundin Laury, auf der auch viele ältere Jungs der Jungenschule eingeladen waren. Esther musste schmunzeln, als ihr die Erinnerungen an diesen Tag kamen.

Die Feier hatte bereits am frühen Nachmittag begonnen, Laurys Mama brachte freudestrahlend eine große Punschschale in den Garten, natürlich ohne Alkohol, wie sie extra betonte. Das hielt die Jungs jedoch nicht davon ab, kaum das Laurys Mama wieder ins Haus gegangen war, die mitgebrachten Rum- und Whiskyflaschen hervorzukramen und in den Punsch zu kippen.

Mein Gott, war ich damals betrunken von dem Zeug. Ich erinnere mich noch genau, dass ich alleine für mich nach der Musik von Mikel Jackson tanzte, als mich jemand in den Arm nahm und mich über den Rasen schleuderte. Jedenfalls kam es mir in meinem duseligen Kopf so vor, als schleudere mich Dave herum. Mein Gott, wenn ich daran denke, besonders, als plötzlich der Schmusesong der Bee Gees, All of my life erklang und Dave mich dicht an sich herandrückte, seine linke Hand auf meinen Po legte und wie ich seine Erregtheit spüren konnte. Obwohl ich noch Jungfrau war, wurde ich feucht. Bei dem Gedanken an diesen himmlischen Moment, musste sie laut lachen. Ich weiß noch genau, wie sehr mein Herz schlug, als mein Kopf auf seiner Schulter den nötigen Halt fand, Dave mich zärtlich in seinen Armen hielt, wie sein warmer Atem meine Kopfhaut zum Kribbeln brachte.  Wo ist bloß diese Liebe geblieben, die uns beide an diesem Tag wie Amors Pfeil traf, die uns fest miteinander verband.

Träumend lag Esther immer noch auf der Couch, hing ihren süßen Erinnerungen nach, die heute so bitter schmeckten, wie eine Bittermandel, die keinerlei Gültigkeit mehr hatten. Und sie dachte darüber nach, wie dumm es war, gleich den erstbesten Mann, in den sie sich verliebte, zu heiraten.

 

Ihre Geburtstagfeier lag nun eine knappe Woche zurück. Seit jenem Tag hatte sich etwas in ihr verändert. Etwas war zerbrochen, unwiederbringlich zerstört. Nichts würde mehr so sein, wie zuvor, das spürte Esther jetzt mehr denn je.

Einige Tage nach ihrer  Geburtstagsfeier traf sie sich, wie üblich, mit ihrer liebsten und besten Freundin Gil in ihrem Stammcafé. Gil ist eigentlich auch gleich die einzige und wirkliche Freundin, die sie hat, wenn sie ehrlich war. Viele ihrer sogenannten Freunde brüsten sich ständig damit, wie viele Freunde sie haben, wie busy sie laufend sind, hier eine Einladung und dort eine Einladung, hier eine Party und dort eine Party. Und natürlich müssen dann auch die Gegeneinladungen ausgesprochen werden. Doch in Wirklichkeit waren es nur Oberflächlichkeiten, oberflächliche Bekanntschaften, aber sicher keine Freundschaften.

Eine gemeinsame Freundin, oder sollte sie besser sagen, Bekannte, diese unerträgliche Moira, pflegte immer gerne zu betonen, wie schrecklich, ach ja, wie furchtbar schrecklich es sei, so viele Freunde zu haben. Von wegen Freunde, dachte sie damals schon. Ständig ist man unterwegs oder hat selbst das Haus voll. Aber naja, das sei eben der Preis, für so viele liebe Freunde.

Ha, dass ich nicht lache, hatte Esther im Stillen gedacht, die und beliebt, diese Angebertussi. Die merkt doch die Einschläge überhaupt nicht mehr. Diese sogenannten Freunde tun doch in Wirklichkeit nichts anderes, als sich gegenseitig vorzuführen, was sie sich wieder alles Neues angeschafft haben, oder damit zu prahlen, wo sie im Sommer den Urlaub verbringen werden, von Dubai, bis zu den Virgin Islands, Kanada auf Bärenjagd gehen oder den Tafelberg in Südafrika bewandern.

„Ich kann überhaupt nicht mehr in Worte fassen, wie mir diese Oberflächlichkeit und Angeberei dieser Leute auf den Nerv geht“,  hatte Esther unlängst mal zu Maureen gesagt, die auch mit ihren Freunden permanent wie ein Sack Flöhe auf den Putz haute.

 

Gil hatte sofort bemerkt, dass mit ihrer Freundin etwas nicht stimmte. Das sie verändert war.

„Esther, warum bist du so schrecklich angepisst von den Männern?“ fragte Gil schockiert, die immer wieder über die extremen Gemütsschwankungen ihrer Freundin in der letzten Zeit erschrak.

„Das fragst du noch? Schätzchen, komm du erst einmal in mein Alter, dann wirst du bald begreifen, dass Männer und Frauen über fünfzig einfach nicht mehr zusammen passen. Und eine Ehe nach vierundzwanzig Jahren meistens total verschlissen ist. Nichts mehr zu bieten hat, als puren Frust.“

Esther und Gil trafen sich in ihrem Stammcafé The Buttery Café Tea Rooms in der High Street von Lymington am Solent seit nunmehr dreizehn Jahren. Dort pflegen sie jeden Mittwochnachmittag ihre Freundschaft zu zelebrieren, um sich einmal pro Woche ihren Ehe- und Lebensfrust von der Seele zu reden, um nicht irgendwann daran zu ersticken.

Kennengelernt hatten sie sich vor knapp vierzehn Jahren in Milford on Sea, wo Esther in dem beliebten Restaurant Smugglers Inn als Kellnerin jobbte, sobald ihre Kinderlein sie nicht mehr so dringend benötigten. Schon damals lag ihr die Hausfrauenrolle wie ein Ziegelstein quer im Magen. Sie langweilte sich immer mehr und sehnte sich danach, wieder unter vielen Menschen zu sein. Inzwischen sind ihre Kinder längst erwachsen und bereits ausgezogen.

Beide studieren in London. Anfangs kamen sie noch jedes Wochenende nach Hause. Doch dann hatten sie immer neue Ausreden erfunden, weshalb sie am kommenden Wochenende nicht kommen könnten. Esther musste jedes Mal schmunzeln, wenn sich insbesondere ihre Tochter Katy bemühte, ihre Ausrede gut zu verpacken, gut rüberzubringen. Ben, ihr Sohn, ging das alles wesentlich cooler, wesentlich pragmatischer an. Er machte sich deshalb keinen Kopf. Er pflegte einfach kurz und knapp zu sagen: „Mum, am Wochenende komme ich nicht, hab was vor.“

Damit war für ihn der Fall erledigt.

Zu Beginn war Esther sehr traurig, wenn die Kinder nicht heimkamen. Doch natürlich verstand sie sie nur zu gut, da sie nun einmal flügge wurden, ihren eigenen Weg gehen wollten und natürlich auch sollten. In der Zwischenzeit hatte jeder von ihnen in London einen neuen Freundeskreis aufgebaut. Und was sollten sie auch Zuhause. Im Grunde war sie, wie sie sich selbst mehr und mehr eingestehen musste, recht froh darüber, wenn sie nicht auftauchten. Denn sie brachten ständig ihre schmutzige Wäsche mit, fraßen ihnen die Haare vom Kopf, leerten regelmäßig ihren gut gefüllten Kühlschrank, war ja auch billiger, als sich selbst Lebensmittel zu kaufen, oder trafen sich mit alten Freunden. Zuhause waren sie ja eigentlich auch nie, wenn sie da waren.

Für sie als Mutter bedeutete es jedoch jedes Mal Arbeit, Arbeit, Arbeit. Und Dankbarkeit der Kinder, Fehlanzeige. Zudem hinterließen sie auch nach jedem Besuch im ganzen Haus ein riesiges Chaos. Und davon hatte sie endgültig die Nase voll, sich ständig von ihren Kindern wie ihr persönliches Hauspersonal ausbeuten zu lassen.

Diese Selbstverständlichkeit, mit der ihre erwachsenen Kinder von ihrer Mutter erwarteten, ihre Wäsche über das Wochenende hinweg gewaschen zu bekommen, gebügelt und schrankfertig zurechtgelegt vorzufinden, ging Esther ohnehin schon eine ganze Weile mächtig gegen den Strich. Und dann das ständige hinterherputzen und aufräumen, ging ihr derweil schwer auf den Zoxs. Nie fragten sie nach, wie es ihr ginge, ob sie glücklich sei oder traurig, nichts, gar nichts interessierte ihre Kinder, wie es ihrer Mutter ging. Und genau das ärgerte Esther noch mehr. Sie wusste weiß Gott besseres mit ihrer freien Zeit anzufangen, als jedes Wochenende Hotel Mama zu spielen.

Eigentlich war Esther gelernte Geburtshelferin. Doch dieser Beruf weckt schmerzliche Erinnerungen, die sie seit vielen Jahren erfolgreich verbannt. Damals lebten sie noch mit ihren beiden Kindern in Milford on Sea. Dann passierte das schreckliche Unglück bei der Geburt der Zwillinge ihrer Cousine. Danach hing Esther ihren Job an den Nagel. Sie kam lange nicht darüber hinweg. Und dann verlor Dave auch noch seinen Job. Nach beinahe sechzehn Jahren als erfolgreicher Handelsvertreter für Reitsportartikel.

Überall kriselte es heftig und so machte die Krise auch vor seiner Firma nicht halt. Sein Chef sah sich gezwungen, sein Unternehmen zu verkleinern. Es ist ihm weiß Gott nicht leicht gefallen, sich von seinen guten Leuten zu trennen. Doch er hatte keine Wahl. Heute betreibt er nur noch ein kleineres Ladenlokal mit seiner Ehefrau Henna zusammen. Auch für Dave begann eine schwere Zeit, da er mit sechsundvierzig Jahren nur schwer einen neuen Job finden würde. Die zahlreichen Absagen, die ihn Woche für Woche erreichten, ließen ihn immer mehr zum Alkohol greifen. Als könnte er damit seine Sorgen ertränken. Doch dadurch wurde alles nur noch schlimmer.

Und Esther hätte sich eigentlich schon damals, gleich nach dem Auszug der Kinder scheiden lassen wollen. Jedenfalls kam ihr ab und zu schon damals der Gedanke, den sie dann aber schnell wieder verwarf. Die Ehe war zwar schon lange nicht mehr von Liebe geprägt, bestand in Wirklichkeit nur noch auf dem Papier, denn alles war dem Alltag gewichen. Routine hatte sich eingeschlichen. Auch wenn sie es sich nicht eingestehen wollten. Lieber hielten sie diese leere Fassade aufrecht. Irgendwie fand sie nie den Mut, sich zu trennen.

„Aber wozu eigentlich? Für Wen?“ hatte sie sich später gefragt.  „Sex, ach ja Sex. Was war das noch gleich?“ hatte sie  einmal scherzhaft ihre Freundin Gil gefragt, die daraufhin etwas schockiert reagierte.

„Esther, müssen wir jetzt über Sex sprechen?“ empörte sich Gil.

„Ja, sorry Darling, aber ich kann mich leider wirklich kaum noch an das letzte Mal erinnern, als ich mit Dave Sex hatte, geschweige guten Sex. Und wenn wir mal miteinander schliefen, was in den letzten Jahren selten genug vorkam, schien es für Dave nur eine Art Ventil zu sein, reine Selbstbefriedigung. Auf meine Gefühle nahm er überhaupt keine Rücksicht mehr.“

„Esther, ich will das nicht hören. Euer Sexleben geht mich doch nun wirklich nichts an.“

„Ich will aber darüber reden. Ich muss es mal rauslassen, sonst ersticke ich daran. Weißt du, bevor ich richtig feucht wurde, war er schon wieder fertig, drehte sich erschöpft zur Seite, ließ als Zeichen seiner Zufriedenheit und Zuneigung, seine Hand in meinem feuchten Schoß liegen, dann schlief er meistens sofort schnarchend ein. Weißt du wie man sich danach fühlt?“

Gil verdrehte die Augen. Sie errötete sogar bei dieser Erzählung. Ihr war das Gespräch ausgesprochen peinlich.

„Nein, das weiß ich nicht und will es auch gar nicht wissen. Warum redest du nicht mal mit Dave darüber?“

„Und was soll das deiner Meinung nach bringen?“

„Das weiß ich nicht, aber alle reden immer davon, dass Ehepartner irgendwann nicht mehr genügend miteinander reden und lieber alle Probleme runterschlucken. Und das sei falsch.“

„Wie ist denn euer Sex? Ich kann mir Malcom beim allerbesten Willen nicht als wilden Liebhaber vorstellen.“

„Bitte Esther, hör auf, ich will nicht, dass du so über Malcom sprichst“, hatte sie damals wütend gesagt.

Oft hatte Esther nach dem Sex Daves Hand angewidert vorsichtig zur Seite gelegt und ging sofort duschen. Manchmal duschte sie eine halbe Stunde, um sicher zu sein, dass nichts mehr von ihm in ihr übrige blieb. Schon damals wünschte sie sich das eine oder andere Mal, Dave würde flüssig werden und auch im Abfluss verschwinden. Sie hatte einfach keinen Bock mehr auf schlechten Sex, weshalb sie sich Dave immer öfter verweigerte. Sie begann sich vor seinem Mundgeruch, seinem Körper, seinem Gestöhne zu ekeln. Seine lieblose, kalte und egoistische Verhaltensweise beim Sex konnte sie kaum noch länger ertragen. War es also ein Wunder, dass sich in ihr mehr und mehr Widerstand gegen diese Ehe manifestierte?  Sich der Wunsch nach einem eigenen Leben ohne Dave tiefer und tiefer in ihre Seele brannte?

Doch sollte sie Dave nach vierundzwanzig Jahren Ehe in der Krise im Stich lassen? Nein, das konnte und wollte sie ihm dann nicht auch noch antun. Auch wenn sie sich in seiner Nähe nur noch unwohl fühlte. Doch hätte sie da schon gewusst, weshalb Dave beim Sex scheinbar nur seine ehelichen Pflichten zu erfüllen versuchte, dass nicht seine Arbeitslosigkeit, oder der Alkohol schuld daran war, dass er immer so schnell zum Samenerguss kam, sie  wäre längst schon geschieden.

Gil hatte überhaupt nicht bemerkt, dass sie seit geschlagenen zehn Minuten ihren Strohhalm in gleichmäßigen Bewegungen durch den Schaum ihres Latte Macciato rührte, während Esther sich mit wachsender Begeisterung in das Philosophieren über den Sinn einer Partnerschaft im Alter steigerte.

„Und was soll das Gerede, komm erst mal in mein Alter? Das meinst du doch nicht wirklich ernst? Uns trennen gerade einmal drei Jahre.“

„Natürlich meine ich das ernst, todernst sogar. Ich rede nicht direkt vom Alter in Jahren, sondern von der Geisteshaltung. Schau dich doch mal an. Sieht so eine glückliche Ehefrau aus?“

„Was ist bloß heute mit dir los? Warum greifst du mich so gemein an? Malcom und ich führen immer noch eine gute Ehe. Nur weil es bei euch nicht mehr funktioniert, musst du ja nicht alle anderen Ehen auch gleich in Frage stellen.“

„Ha, das ich nicht lache. Willst du mir wirklich weißmachen, dass du mit deinem dickbäuchigen, schwabbeligen, ständig nach Schweiß, nach altem Aschenbecher stinkenden Malcom noch glücklich bist? Der abends seinen Hintern nicht mehr von der Couch bekommt? Genau wie Dave. Der nur noch in die Glotze schaut?“

Gil fühlte, wie ihr die Zornesröte ihr Gesicht erhitzte. Am liebsten wäre sie aufgestanden und gegangen. Seit vierzehn Jahren kannten sie sich schon und noch niemals zuvor wurde sie von ihrer Freundin derart beleidigend niedergemacht. Zum ersten Mal seit vierzehn Jahren, seit sie sich hier im Buttery Café trafen, schien ihre Freundschaft ernsthaft ins Wanken zu geraten. So gemein, so unfair wurde sie noch nie zuvor von ihrer besten Freundin angegriffen. Niemals zuvor hatte sie Esther so aggressiv erlebt.

„Worüber denkst du gerade nach. Und sag mir jetzt nicht, du würdest nicht gerade an etwas Bestimmtes denken. Ich sehe es dir an. Ich hab recht oder?“

Siegessicher und entspannt lehnte Esther sich in ihrem Stuhl zurück und musterte Gil aufmerksam.

„Mein Gott Esther, warum bist du so gemein zu mir?“ fragte Gil, während ihr plötzlich schmerzlich bewusst wurde, dass ihre Freundin genau ins Schwarze getroffen hatte, was sie noch wütenden machte.

Irgendwie fühlte Gil sich plötzlich ertappt. Schuldgefühle übermannten sie schlagartig. Denn eigentlich wollten sie sich immer alles ehrlich sagen. Doch das Esther hier nicht ganz falsch lag, diese Genugtuung wollte Gil ihr dann doch nicht geben. Darum konterte sie schnell: „Komm lass den armen Malcom aus dem Spiel. Wir sind schließlich alle keine siebzehn mehr, keine Teenager. Dafür haben ältere Männer eben andere Qualitäten, als die jungen Kerle.“

„Wirklich? Na, dann klär mich mal bitte auf. Was haben alte Männer denn für tolle Qualitäten, im Gegensatz zu den jungen unkomplizierten männlichen Wesen mit ihren knackigen Hintern und ihren stählernen Körpern? Die oft charmant sind, unternehmenslustig, sportlich aktiv, spontan, sexy und meistens auch noch gute Liebhaber sind? Männer, die noch wissen, was Frauen wirklich glücklich macht. Na gut, ich gebe zu, viele über Fünfzigjährige sind heute noch gut drauf. Aber Frauen im Alter von Fünfzig sind oftmals mit Männern verheiratet, die gut zehn Jahre älter sind als sie selbst, oder noch älter. Und mit sechzig, was haben die old Daddys noch zu bieten?“

„Stimmt das eigentlich, was man sich im Golfclub erzählt?“ wechselte Gil schnell mit einem seltsam verschmitzten Lächeln das Thema.

„Wieso, was meinst du? Was erzählen denn die Spießer dort?”

Esther ahnte natürlich schon, worum es ging. Als sie mit Sammy in ihrem Wagen eine heiße Nummer schob, glaubte sie aus den Augenwinkeln heraus, kurz ein ihr bekanntes Gesicht erkannt zu haben. Sie dachte, die schlimmste Tratschtante des Clubs hinter einer Hecke gesehen zu haben. Aber was hatte sie dort zu suchen? Spioniert  mir diese Dörrpflaume Magret etwa hinterher, diese schreckliche Gouvernante? hatte sie noch gedacht. Bei dem Gedanken an diesen Tag, an diese Situation, musste sie schmunzeln. Gil schaute ihr verwundert in die Augen.

„Warum grinst du wie ein Honigkuchenpferd?“

„Ich musste gerade an was denken. Aber nun raus mit der Sprache. Was erzählt man sich denn im Club?“

„Das du ein Verhältnis mit, mit, na, du weiß schon, hast.”

„Nein, weiß ich nicht. Sag du es mir.“
Sie wollte Gil prüfen, ob sie tatsächlich den Namen kannte, oder versuchte, ihn ihr zu entlocken.

„Man erzählt sich, dass du in deinem Auto mit diesem Kerl Sex hattest.“

„Mit welchem Kerl soll ich angeblich Sex in meinem Auto gehabt haben? Komm Gil, sag schon, wer hat was gesagt?“

„Magret hat das Gerücht verbreitet, dass du mit dem Golflehrer in deinem Auto gevögelt hättest. Stimmt das oder nicht? Bitte sei ehrlich.“

„Mit dem Golflehrer?”  Esther lachte lauthals los.

„Der hat eine extrem attraktive junge und sehr hübsche Frau. Warum sollte dieser Mann also in meinem Auto mit einer alten Frau wie mir vögeln wollen? Diese dumme Kuh, die spinnt sich da was zusammen. Kein Wort ist wahr davon.“

„Du hast also nicht mit einem Mann Sex in deinem Auto gehabt? Bitte Esther, lüg mich nicht an. Das wäre das Ende unserer langjährigen Freundschaft. Du weißt, dass ich es nicht weitertratsche, aber lüg mich bitte nicht an.“

„Ich habe ja gar nicht abgestritten, Sex in meinem Wagen gehabt zu haben. Nur eben nicht mit dem Golflehrer. Ja ich habe tatsächlich im Auto ne´ heftig geile Nummer geschoben. Mit Sammy. Es war toll. Es hat mir gut getan und es hat sich gelohnt. Und ich würde es wieder tun, wenn sich die Gelegenheit bietet.“

„Waaaaaas, mit Sammy, dem Barmann? Der könnte dein Sohn sein!“

Gil wich schockiert ein Stückchen von ihrer Freundin zurück.

„Ach Schätzchen, reg dich nicht auf. Es tat gut, sogar sehr gut. Du solltest das auch mal ausprobieren, es wird dir gefallen und vor allem gut tun. Einfach nur zu wissen, dass man immer noch eine Frau ist, die anderen Männern begehrenswert erscheint, sogar Jüngeren. Ich hatte nämlich schon größte Zweifel gehegt, überhaupt noch irgendeine Anziehungskraft auf Männer zu besitzen. Dave behandelt mich seit Jahren wie ein Neutrum. Glaubst du vielleicht, es ist witzig, mit fünfzig Jahren das Gefühl zu haben, ein Neutrum, ein Niemand, durchsichtig zu sein, kein Sexappeal mehr auszustrahlen, für Männer nicht mehr interessant zu sein? Fühlst du dich denn noch attraktiv genug?“

Bewertung gerne erbeten !

Neuer Bestseller? 2.Leseprobe des neuen Frauenromans – Ihr Urteil gefragt.

Hier kommt die zweite Leseprobe, die hoffentlich wieder viele Leser anzieht.

Über eine Coveridee würde ich mich freuen. Das Cover gibt es noch nicht.

Zur Einleitung bitte den ersten Teil lesen.

„Gil, wer sagt, dass wir die Männer brauchen?“

Sie nahm es ganz deutlich wahr, wie Roberts Schritte sich ziemlich hastig von Lynn entfernten. Aber Lynn´s Idee, Dave dafür zu lynchen, schien eine geradezu grandiose Idee zu sein, überlegte sie. Darüber sollte ich ernsthaft nachdenken. Männer scheinen wirklich von einem anderen Planeten zu stammen, wie wir Frauen, kam es Esther in den Sinn.  John Gray hat vollkommen recht mit seiner These, dass der Mann vom Mars und die Frau von der Venus abstammen muss. Männer und Frauen passen in Wirklichkeit einfach nicht zusammen, außer für Sex, zum Kinder machen und vielleicht noch eine Zeit lang, um von ihnen versorgt zu werden. Aber danach?

Diese Gedanken lenkten sie für einen kleinen Augenblick so sehr von all dem Geschehen ab, dass sie plötzlich feststellte, wie still es um sie herum wurde. Nichts drang mehr an ihr Ohr. Nicht das Gelächter ihrer Gäste, nicht Daves Stimme, nicht das Klatschen und Getuschel. Nichts, einfach nichts war mehr zu hören.

Angestrengt versuchte Esther die Stimmen wieder einzufangen. Aber es gelang ihr nicht mehr. Irgendwie musste sich die gesamte Gesellschaft plötzlich in Luft aufgelöst haben? überlegte sie. Wie ist das möglich?

Aber natürlich waren sie alle noch da und amüsierten sich nach wie vor köstlich über Daves Vorstellung. Doch ihr Gehirn schien Erbarmen mit ihr zu haben und blendete für einen Moment die Geschehnisse einfach aus. So drang nur noch ein dumpfes Gemurmel bis an ihr Ohr. Und Daves Stimme war schlagartig verstummt, sie erreichte Esther nicht mehr und sie war dankbar dafür.

Während sie erleichtert diese himmlische Ruhe genoss, wurde sie plötzlich wieder unsanft aus ihrer rettenden Lethargie gerissen. Schlagartig drang erneut lautes Gelächter, das laute Klatschen der Gäste und das große Stimmenwirrwarr an ihr Ohr. Irgendwie schien es ihr, als sei das Lachen und Klatschen sogar noch lauter geworden als zuvor. Offensichtlich war es vorbei. Noch immer stand Esther wie versteinert da und traute sich nicht, sich zu bewegen. Aha, Dave der große Unterhalter erhält nun seinen Applaus, das Theaterstück ist vorbei und der Künstler verneigt sich vor seinem Publikum, kam es Esther in diesem Moment in den Sinn. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie wieder zu sich kam, als eine Gestalt sich schnellen Schrittes auf sie zu bewegte. Jedoch konnte sie im ersten Moment nicht genau erkennen, wer es war, weil die Sonne sie blendete. Dann spürte sie zwei kräftige Hände, die sie packten und fest umklammerten. Nun erkannte sie Dave im Schein der untergehenden Sonne, der sie freudestrahlend an sich riss, als habe er gerade den Jackpot im Lottospiel geknackt und als wolle er dieses Glück jetzt mit ihr teilen.

„Na Schatz, hat es dir gefallen?“

Dave zog sie schwungvoll so fest an sich heran, dass sie kaum noch Luft bekam. Dann gab er ihr einen Kuss auf ihr nach Flieder duftendes Haar, das ihr Kenny, ihr Friseur, noch am Morgen gewaschen und für diesen Abend wunderschön frisiert hatte. Dave ließ dabei seine Hand zärtlich ein paar Male an ihrem Rücken rauf- und runtergleiten, bis seine Hand auf ihrem Po zum Stillstand kam. Esther erschauderte und sie spürte, wie wieder die Röte der Wut in ihre Wangen stieg. Ihre schon seit langem aufgestaute Wut war jetzt kaum noch zu bändigen. Aber sie hatten viele Gäste im Haus, also musste sie sich weiter zusammenreißen. Doch sie selbst kam sich inzwischen wie eine verirrte und vergessene Bombe aus dem zweiten Weltkrieg vor, die jeden Moment hochgehen, jeden Augenblick explodieren konnte.

„Ich habe mir so viel Mühe damit gemacht“, wobei er ihr verschwörerisch in die Pobacken kniff, „um dir eine Freude zu machen. Ich hoffe, es ist mir gelungen. Es hat Stunden gedauert, bis es für meine Angebetete, nur für dich meine große Liebe geschrieben war.“
Du gottverdammter Heuchler, hätte sie am liebsten laut herausgeschrien.

„Es ist mein Geburtstag, es ist meine Geburtstagsfeier und es sind meine Gäste, die zu meinen Ehren gekommen sind.“

„Aber Schatz, das weiß ich doch. Hat es dir denn nicht gefallen?“

„Wie würdest du reagieren, wenn ich dich vor deinen Freunden so entblößen würde. Ich frage mich, ob ich dich wirklich kenne oder je gekannt habe.“

„Wie kannst du so etwas sagen? Was habe ich falsches gesagt oder getan? Ich würde dich auf Händen tragen. Das weißt du genau.“

„Nur das du es nicht tust.“

„Weil du mir keine Gelegenheit mehr dazu lässt.“

„Ha, jetzt bin ich wohl selbst schuld, dass du mich vor all meinen Freunden wie eine Idiotin hinstellst, mich so dermaßen entblößt?“

„Schatz, würdest du nur einmal richtig zuhören, würdest du wissen, dass ich nur aus Liebe zu dir dieses Gedicht für dich geschrieben habe und dass ich dich ganz sicher nicht damit verletzen wollte. Ganz im Gegenteil, Schatz, glaub mir bitte.“

„Soll das heißen, dass ich dir nie richtig zuhöre? Und nenne mich nicht immer Schatz.“

Wütend drehte Esther sich zur Seite.

„Mein Gott, jetzt mach doch nicht so einen Wirbel wegen meines Vortrags, den ich, ich versichere es dir noch einmal hoch und heilig“, wobei er schwörend den Zeige- und Mittelfinger zu einem V geformt nach oben streckte, „aus Liebe, nur aus reiner Liebe zu dir gehalten habe. Was ist falsch daran?“

„Du verstehst gar nichts, Dave.“

„Was soll das jetzt schon wieder heißen? Euch Frauen soll man verstehen?“

Dave fühlte sich langsam genervt von dieser Diskussion und Esthers unterschwelligen Vorwürfen, die sie ihm in letzter Zeit immer öfter um die Ohren schlug. Hätten sie keine Gäste hier gehabt, die Diskussion wäre sicherlich noch heftiger oder gar aus dem Ruder gelaufen. Wahrscheinlicher war es, dass sich diese Unterhaltung zu einem handfesten Streit ausgeweitete hätte. So hatte auch sie keinen Bock mehr, weiter diese sinnlose Unterhaltung zu führen.

„Heute ist dein Geburtstag, der letzte Lebensabschnitt beginnt für dich.“

„Danke, dass du mich daran erinnerst.“

„Was ist bloß los mit dir Esther? Kannst du nicht einfach, wie wir alle, deine Gäste und ich, diesen wundervollen Tag und diese herrliche Sommernacht genießen. Vergiss das blöde Gedicht.“

„Das kann ich nicht. Es hat mir die Augen geöffnet.“

„Jetzt mach da bloß kein Drama draus. Es war doch nur als Liebesbeweis und nicht als Demütigung gedacht. Versuch es doch bitte so zu verstehen, wie es ist. Es ist doch gar nicht alles so ernst gemeint gewesen.“
Dave bückte sich gerade zu ihr herunter, um ihr einen Friedenskuss zu geben, doch sie wandte sich blitzschnell ab, drehte sich auf den Fersen um und ließ den verdutzt schauenden Dave einfach stehen. Sie war nicht in Stimmung für den Austausch solcher Zärtlichkeiten. Noch während Dave ihr vollkommen entsetzt, ja brüskiert nachsah, wie sie mit strammen Schritten auf das Buffet zusteuerte, schlug ihm jemand von hinten kräftig auf die Schulter.

„Hi Dave, altes Haus. Das war wirklich köstlich, habe schon lange nicht mehr so herrlich lachen können, wie über dein Gedicht. Ich wusste überhaupt nicht, dass in dir so ein großartiger Poet steckt. Chapeau. Und wie fand Esther es?“

„Wieso fragst du?“

Dave beschlich plötzlich das unbestimmte Gefühl, dass Maureen ihn getäuscht hatte. Sein Gedicht löste zwar bei allen Gästen, jedenfalls den Männlichen, größte Freude und Begeisterung aus, nur nicht bei seiner Frau, der er schließlich das Gedicht widmete. Forschend blickte er in Alans Gesicht.

„Weil Sandra mir nach so einem Gedicht einen Einlauf verpassen würde, wie sie mich gerade warnte, ja nicht auch auf so eine Idee zu kommen. Frauen haben nämlich keinen Humor, und falls doch, dann jedenfalls einen anderen als wir Männer. Ich fand es auf alle Fälle köstlich gelungen, alter Junge.“

Voller Anerkennung der lyrischen Fähigkeiten seines Freundes Dave, klopfte Alan ihm nochmals auf die Schulter und dann verschwand auch er noch immer fortwährend lachend in Richtung Buffet. Maureen sah den einsamen Dave wie angewurzelt an der Stelle stehen, wo Esther ihn zurückgelassen hatte. Wie Esther so am Buffet stand, beobachtete sie Maureen kritisch, die ihren Blick nicht mehr von Dave ablassen konnte.

Maureen kommt mir neuerdings wie eine Spinne vor, die ihr Netz immer enger um ihre Opfer spannt. Ist Maureen überhaupt noch meine Freundin, fragte sich Esther in diesem Moment. Ihr Blick wanderte zwischen Maureen und Dave einige Male hin und her. Was läuft da zwischen den beiden? Aber will ich das überhaupt noch wissen? Sie beschloss, nicht weiter darüber nachzudenken.

Natürlich hatte Dave es nicht wirklich böse gemeint, dass wusste sie, und doch traf sie sein witzig gemeintes Gedicht wie ein Fausthieb ins Gesicht. Sie empfand es als Sarkasmus in reinster Kultur. Aber wie war Dave überhaupt auf so eine bescheuerte Idee gekommen, so ein Gedicht zu schreiben. Es war ganz und gar nicht seine Art und außerdem hielt er nie viel von Gedichten. Wer hatte ihn dazu angestiftet? Die Frage trieb Esther noch eine Weile um, während sie mal hier, mal dort mit ihren Gästen scherzte und sich allerlei Heucheleien anhörte.

Ihre Gäste amüsierten sich nämlich prächtig über Daves Vortrag, und das auf ihre Kosten. Das machte sie noch wütender auf Dave. Ich sollte über Lynns Idee nachdenken und ihn wirklich lynchen, überlegte sie einmal mehr. Und Maureen, die sich immer noch vor Lachen ihre Hände vor den Bauch hielt, kam nun direkt auf Esther zu. Sie wollte sich eigentlich schnell verdrücken, als Maureen sie an der Schulter packte und stoppte.

„Man, soviel Humor hätte ich Dave gar nicht zugetraut“, heuchelte sie schadenfroh. Sie spürte genau, wie verletzt Esther war und genoss diesen Moment in vollen Zügen.

Dann vergrub Maureen zu allem Übel auch noch ihre scheußlichen und viel zu langen künstlichen Fingernägel in Esthers Schulter. Wütend wischte sie ihre Hand weg und fauchte Maureen verärgert an. Doch das schien sie nur noch mehr zu amüsieren. Maureen hat sich irgendwie verändert. Was ist bloß los mit ihr, fragte Esther sich, während sie Maureen wütend anfunkelte. Irgendwas läuft zwischen dir und meinem Mann, da Wette ich drum. Wenn ich bloß wüsste was? Ihr brütet doch irgendwas aus, war Esther sich plötzlich sicher, während sie versuchte, Maureens Fassade zu durchbrechen.

„Was um alles in der Welt ist an diesem Gedicht so lustig? Hast du was damit zu tun?“

„So ein Quatsch. Seit wann kannst du keinen Spaß mehr vertragen? Sonst bist doch immer diejenige, die gerne mal ein Scherzchen auf Kosten anderer macht.“

Entrüstet wich Esther einen Schritt zurück.

„Spinnst du jetzt komplett? Ich mache nie Scherze auf Kosten anderer, wie kannst du nur so etwas sagen? Was ist bloß in letzter Zeit mit dir los? Hast du ein Verhältnis mit Dave?“

Noch im gleichen Moment verfluchte sich Esther dafür, die eifersüchtige Ehefrau zu spielen. Sie kam sich dabei so unbeschreiblich bescheuert vor, Maureen diese Frage zu stellen. Denn sie erwartete ja nicht ernsthaft eine ehrliche Antwort von ihr. Also hätte sie sich diese Frage auch sparen können.

Doch Maureen überging elegant die Frage ihrer Freundin und antwortete stattdessen: „Dave hat sich so viel Mühe für dich gemacht und wie dankst du ihm das? Ich wäre schon froh, wenn Keith mich überhaupt noch wahrnehmen würde.“

Esther wunderte es überhaupt nicht, dass Keith sich mehr und mehr von ihr entfernte. Irgendwie trieb sie neuerdings ein undurchschaubares Spiel. Schnippisch wandte Maureen sich von ihrer Freundin ab, aber nicht, ohne heimlich ihren inneren Sieg zu genießen. Dann verschwand sie im Pulk der anderen lachenden Gäste.

Dave durchzuckte es, als er die beiden Frauen zusammen sah, die sich offenbar feindselig unterhielten. Angespannt und nervös beobachtete er die Beiden. Er suchte in Esthers Gesicht nach einer Reaktion. Ihn beschlich im gleichen Moment ein ungutes Gefühl.

Hoffentlich macht sie es nicht noch schlimmer. Ich wüsste zu gerne, über was Maureen mit Esther gesprochen hat. Ich hoffe nur, sie hält sich an unsere Abmachung, dachte Dave nervös. Nachdem Maureen sich entfernt hatte, kam Dave eiligst angerannt, entriss Esther ihren Gedanken, in die sie auf dem Weg zum Wohnzimmer gerade tief versunken war.

„Was wollte Maureen von dir?“

„Nichts, sie hat deine Verteidigung übernommen. Seltsam, nicht wahr.“

„Was für eine Verteidigung?“

Dave war sichtlich beunruhigt.

„Habt ihr beide ein Geheimnis? Oder ein Verhältnis?“

„Jetzt drehst du aber vollkommen durch! Was soll diese schamlose Unterstellung, Esther, warum sagst du so etwas?“

„Weil mir Maureens Verhalten in letzter Zeit äußerst seltsam vorkommt und wie sie für dich in die Presche springt, alle Achtung.“

Während Esther den armen Dave wieder wie einen vergessenen alten Schuh stehen ließ, dachte sie über Maureen nach. Komisch, wieso entwickle ich auf einmal so eine Abneigung gegen Maureen? ging es ihr durch den Kopf. Zählt sie denn nicht mehr zu meinen besten Freundinnen? Doch irgendetwas stimmt nicht mehr mit ihr, das spüre ich genau. Irgendwas ist hier im Busch.

Der Abend verlief weiterhin zur vollsten Zufriedenheit ihrer geladenen Gäste. Doch Esther wurde es alles zuviel. So beschloss sie kurzerhand, als Erste ihre eigene Party zu verlassen. Sie schob plötzlich auftretende Bauschmerzen vor. Dave war ihr gefolgt.

„Wohin gehst du?“

„Schlafen.“

„Du kannst doch deine Gäste nicht einfach sich selbst überlassen, Schatz, die sind doch alle nur deinetwegen hier!“

„Wieso denn nicht, du hast sie doch bisher auch sehr gut unterhalten, ihr braucht mich nicht. Ich bin müde und habe Bauchschmerzen. Folgedessen gehe ich jetzt zu Bett. Es ist doch schon ziemlich spät. Lasst euch davon nicht stören. Hey Leute, hört mal alle her. Darf ich bitte mal kurz um eure Aufmerksamkeit bitten?“ rief Esther in die Runde. „Hey, seid doch bitte mal einen Moment ruhig.“
Nachdem sie kurzerhand die Musik ausgeschaltet hatte, schauten sämtliche Gäste überrascht zur Terrasse.

„Hört mal Leute, ich möchte mich bei euch allen für euer Kommen und die Geschenke bedanken. Ich hab´ mich wirklich sehr über euren Besuch gefreut. Bitte seid mir nicht böse, aber mir geht es im Augenblick nicht so gut. Ich denke, ich werde zu Bett gehen. Aber bitte, lasst euch nicht stören. Ihr könnt selbstverständlich so lange bleiben, wie ihr Spaß habt. Dave ist ja da und wird weiter für euer leibliches Wohl sorgen. Nochmals Danke für euer Kommen und gute Nacht allerseits.“

„Na bitte, was hab ich dir vorhin gesagt, sie ist sauer und zwar richtig sauer, da gehe ich jede Wette mit dir ein“, meinte Lynn Paddy siegessicher, die während Esthers kleiner Ansprache schnell zu Robert Bennet huschte, ihn an seinem Hemd packte, um ihren Verdacht zu bestätigen.

Esther verließ die Terrasse und ging ins Haus. Irgendwie war sie müde des Lebens. Wieso um alles in der Welt bin ich in letzter Zeit nur so gereizt? fragte sie sich immer öfter. Habe ich vielleicht einfach nur überreagiert? Hatte Dave sich nicht wirklich alle Mühe gegeben, mir eine Freude zu machen? Und ich, ich dumme Kuh habe ihm dafür den ganzen Abend verdorben. Aber warum konnte mich sein Gedicht so dermaßen aus der Fassung bringen?  

Ein ganz kleines schlechtes Gewissen, noch kleinere Schuldgefühle ließen sie einen winzigen Moment nachdenklich werden. Doch das verging sehr schnell wieder. Eigentlich war es ihr egal, ob sie Dave damit kränkte oder nicht. Auf dem Weg in ihr  Schlafzimmer, hörte sie plötzlich Daves aufgebrachte Stimme, die  sie  jedoch nur noch dumpf wie ein Tunnelecho erreichte.

„Du kannst jetzt unmöglich ins Bett gehen?“, rief er ihr vom Flur aus hinterher. Das hier ist deine Feier, es sind schließlich deine Gäste, wie du gerade selbst festgestellt hast. Du kannst mich doch jetzt nicht mit allem hier alleine lassen! Esther, komm sofort zurück!“

Sie verschloss die Zimmertür hinter sich,  ging ins Bad, zog sich aus, schminkte sich ab und betrachtete nackt ausgiebig und sehr kritisch  ihren Körper im Badzimmerspiegel, der über die gesamte Wand reichte. Sie hatten sich seinerzeit entschieden, eine Wand ganz aus Spiegelglas fertigen zu lassen. Esther liebte es, sich in einem Spiegel ganz betrachten zu können, nicht immer nur den Kopf oder allenfalls mal einen halben Körper. Meistens blieben dabei die Problemzonen der Frau unsichtbar, weshalb man kaum sah, was dringend korrigiert gehörte.

Nun hat mein Körper bereits ein halbes Jahrhundert hinter sich gebracht. Was fangen wir nun mit unserer zweiten Lebenshälfte Schönes an.

„Hast du eine Idee“, fragte sie ihr Spiegelbild. Kritisch betrachtete sie sich von allen Seiten in ihrem Spiegel. Sie fuhr sich mit der Hand durch ihre langen rotblonden Haare, die auch jetzt noch wie eine wunderschöne Löwenmähne in weichen Locken über ihre Schulte hingen.

„Bin ich noch attraktiv oder schon fern ab von Gut und Böse? Was meinst du dazu Mädel, sind wir noch attraktiv genug, dass sich andere Männer nach uns umdrehen werden, sich nach uns verzehren? Soll ich mir vielleicht mal meine Haare schwarz oder dunkelbraun färben lassen? Oder meinst du, mir würde mal zur Abwechslung eine flotte Kurzhaarfrisur besser zu Gesicht passen.“

Sie drehte ihr lockiges Haar zu einem Dutt zusammen und betrachtete sich so mit kurzem Haar.

„Nein, ich denke die langen Haare, besonders, wenn sie so dick sind wie meine, sehen einfach geiler, sexier, attraktiver aus oder was meinst du?“

Sie entließ ihre Haare aus der Zwangsumklammerung und zupfte sich ihre Locken wieder zurecht. Dabei betrachtete sie sich erneut von allen Seiten. Sie führte in letzter Zeit gerne mal ein Zwiegespräch mit ihrem Spiegelbild.

Aus der Ferne drang die Musik von Tina Turner an ihr Ohr. Sie sang gerade ihren grandiosen Song Nutbush, die ihre scheinbar nicht zu versiegende Superpower widerspiegelte. Automatisch geriet man in Schwingung, ob man wollte oder nicht. Nutbush, noch während sie sich weiterhin von allen Seiten im Spiegel betrachtete, begann Esther sich im Rhythmus der Musik zu bewegen und schaute sich dabei im Spiegel zu. Das erregte sie plötzlich ungemein. Sie betrachtete dabei ununterbrochen ihr Spiegelbild, während ihre Hände ihre noch immer straffen Brüste umschlangen, die sich wie Knospen einer Rose stolz nach vorne wölbten.

„Nicht schlecht für dein Alter, meine Liebe.“

Das Dröhnen der Musik aus den großen Lautsprechern ließ den Boden in der ersten Etage erzittern. Irgendjemand musste die Laufstärke hochgestellt haben, denn Dave war das sicher nicht. Er hasste zu laute Musik. Nur sehr vage vernahm sie das Klopfen an der Schlafzimmertür, das sich langsam zu einem Pochen entwickelte. Dave stand draußen vor der Tür und wollte, dass sie ihm öffne. Sie ignorierte es einfach und konzentrierte sich weiter auf die herrliche Musik und ihre Gefühle.

„Klopf du nur. Heute schläfst du ganz sicher im Gästezimmer, soviel ist sicher mein Liebling.“

Die Vibration drang durch ihren Körper, ja, sie stimulierte sie auf eine seltsame Art und Weise, die ihr ein ganz neues wundervolles Gefühl vermittelte.  Ihre Hand glitt sanft wie von selbst von ihren Brüsten über ihren Bauch zu ihren Schamlippen. Als ihre rechte Hand über ihr Schambein glitt, spürte sie ein unglaubliches Verlangen, sich selbst zu befriedigen. Mit zwei Fingern umklammerte sie ihre Klitoris, ihr wurde heiß und sie stieß genussvoll und voller Wonne ihren Mittelfinger in ihre Vagina. Sofort vergaß sie alles andere um sich herum. Nichts außer ihr, ihrem Spiegelbild und ihrer großen Lust auf Selbstbefriedigung existierten in diesem Moment.

Mit geschlossenen Augen stellte sie sich vor, es wären die Finger eines rassigen, geilen, aber zärtlichen Liebhabers. Sie sah einen muskulösen, gut aussehenden, braungebrannten schwarzhaarigen Mann mit stahlblauen Augen, einem muskulösen Körper und einem wundervoll männlichen Geruch vor sich. Sie spürte, wie sein straffer Körper mit ihrem verschmolz. Sie stellte sich vor, wie er sie zärtlich glücklich machen würde. Sie steigerte sich so sehr in diese Vorstellung, dass sie glaubte, ihn wirklich riechen und spüren zu können.

Mit den Handballen stimulierte sie ihren Kitzler in rotierenden Bewegungen, was sie immer mehr in Stimmung brachte, sie immer geiler werden ließ. Ihr Mittelfinger drang in rhythmischen Bewegungen tief in ihre Scheide ein. Sie war inzwischen so feucht wie ein großes biotopisches Feuchtgebiet. Mit ihrem Mittelfinger befeuchtete sie zwischendurch ihre inneren Schamlippen, sodass ihre Hand besser gleiten konnte. Ein unbeschreibliches Kribbeln begann ihren ganzen Körper zu erobern.

Ihre linke Hand umklammerte noch immer ihre Brust, während sie nun langsam zu Boden sank. Mit weit gespreizten Beinen drückte sie sich gegen die Spiegelwand, öffnete nun wieder ihre Augen, um sich bei der Selbstbefriedigung zuzuschauen, was sie noch mehr erregte. Mit lautem Stöhnen wurde ihre Hand immer schneller in ihrer Bewegung. Esther wurde so geil und feucht, wie lange schon nicht mehr. Jede Selbstberührung genoss sie in vollen Zügen, als sei es das erste Mal in ihrem Leben, dass sie solche starken Empfindungen habe. Inzwischen bebte ihr gesamter Körper und schrie förmlich nach mehr. Sie schloss wieder ihre Augen und sah sofort das Bild dieses rassigen Mannes vor ihrem geistigen Auge. Mit ihm kam sie ihrem Orgasmus immer näher.

Rezensieren erbeten

Eure Caren Anne Poe

 

Mein neuer Frauenroman kommt soon – Leseproben für Rezensenten

Dieser Roman ist nichts für Männerohren!

Diesen Roman sollte Frau alleine genießen!

Es ist eine spannende, unterhaltsame, lustige und witzige Frauengeschichte über eine Frau ab 50, die beschließt, ihr Leben kurzerhand auf den Kopf zu stellen und ein vollkommen neues Leben zu beginnen. Zum ersten Mal in ihrem Leben erlebt Esther Orgasmen, die sie nie zuvor kannte. Und sie wird fast süchtig danach. Doch nicht jeder findet ihre neue Lebensart akzeptable. Nicht jeder Mann lässt sich gerne von einer selbstbewussten Frau abservieren.  Eines Tages wird Esther von einem Stalker verfolgt, ihre Freundin Maureen trachtet ihr nach dem Leben, genau wie Malcom, der sie um jeden Preis aus dem Wege haben will. Auch Sammy fühlt sich in seiner Ehre gekränkt. Könnte er der Stalker sein? Und was ist mit Dave? Doch Esther genießt ihre neue Freiheit, ihr neues Leben aus vollen Zügen, bis seltsame Dinge ihr neues Lebensglück empfindlich stören. Erst als es immer schlimmer wird, schaltet Esther Scotland Yard ein.

Ich werde hier in meinem Blog Stück für Stück Passagen bloggen, um Eure Meinung dazu zu hören. Entweder direkt hier im Blog als Kommentar oder an meine Mailanschrift autor@caren-anne-poe.com 

Leseprobe:

Gil, wer sagt, dass wir die Männer brauchen?

Erstarrt vor Schreck stand Esther da, traute sich nicht, ihren Kopf zu bewegen, sich umzuschauen. Um sie herum entstand großes Gelächter. Sie konnte die Blicke der anderen, die jetzt auf ihr ruhten, beinahe körperlich spüren. Im nächsten Moment war ihr, als hätte sie jemand innerlich angezündet. Ein Gefühl des Schmerzes, der Demütigung, eine tiefe Zerrissenheit durchflutete ihren Körper, als stünden alle ihre inneren Organe plötzlich in lodernden Flammen. Jeder einzelne Punkt ihres Körpers tat weh, ihr Magen schien plötzlich auf Erbsengröße geschrumpft zu sein, so sehr hatte er sich zusammengekrampft. Sie bekam kaum noch Luft.

Schweiß brach bei ihr aus. Die Schweißperlen rannen an ihrer glatten Stirn herunter, benetzten ihre Augen, sodass die salzigen Schweißperlen Löcher in ihre Netzhaut zu brennen drohten. Trotz des Schmerzes war sie unfähig, sich zu bewegen. Sie kniff die Augen fest zusammen, um die Schweißperlen herauszuquetschen. Mit ihrer Zunge leckte sie den Schweiß von ihrer Oberlippe, ihre Knie schienen plötzlich aus Gummi zu bestehen. Nur mit großer Mühe konnte Esther es ertragen und die Contenance wahren. Ihr Verstand weigerte sich zu verstehen, was hier mit ihr geschah. Doch in

Wirklichkeit bebte sie innerliches und sie hoffte, Dave würde augenblicklich ersticken. Sie konnte das Parfüm von Lynn riechen, so nahe schien sie ihr zu sein. Und sie konnte das schreckliche Gelächter der anderen Männer hören, die sich offensichtlich köstlich amüsierten.

Wie kannst du mir das antun? fragte sie Dave in Gedanken. Ihr gesamter Körper war in Aufruhr, ein unangenehmes Kribbeln durchfuhr sie plötzlich und Esther wünschte sich in diesem Augenblick nichts sehnlicher, als dass der Boden sich öffnen und sie erbarmungsvoll verschlingen möge.

Sollte sie jetzt nicht laut protestieren? Doch sie brachte kein einziges Wort hervor. Irgendwann wird es vorbei sein, dachte sie im gleichen Moment, während sie Daves Darbietung immer noch wie erstarrt über sich ergehen ließ. Und was würde ein Protest ihr nützen? Konnte sie das Geschehene dadurch ungeschehen machen? Ihr wurde augenblicklich klar, je mehr sie protestieren würde, desto länger würde diese Qual andauern. Also schwieg sie weiter, sagte nichts, ertrug es einfach, ließ es einfach geschehen. Hinter ihr vernahm sie ganz deutlich die Stimme von Lynn Paddy.

„Schaut ganz so aus, als würde es ihr nicht gefallen.“

„Wie kommst du darauf?“ hörte sie Robert Bennett fragen.

„Na, schau´ sie dir doch mal genau an, sie bricht in Schweiß aus, steht dort wie eine Litfaßsäule. Ich wette mit dir, dass sie vor Wut kocht.“

„Vielleicht genießt sie nur Daves Vorstellung.“

„Das glaube ich weniger, ehrlich gestanden. Ich wäre jedenfalls so was von sauer auf meinen Mann, wenn er mir das vor all meinen Freunden antäte. Ich glaube, ich würde ihn auf der Stelle lynchen.“

„Für so einen Liebesbeweis? Du tickst ja nicht richtig.“

„Typisch Mann, ihr habt doch keine Ahnung, was wir Frauen wirklich unter Liebe verstehen. Das sicher nicht!“

„Euch kann man es nie recht machen.“

„Ha, das ich nicht lache. Deine Frau tut mir echt leid, da sie offenbar mit einem Macho verheiratet ist.“

„Leck mich!“

Morgen geht es weiter. Eure Caren Anne Poe

 

Sich als Autor präsentieren – Netzwerke

Social Network heißt das Erfolgsrezept

Soziale Netzwerke nutzen, um Deine Leser auf dem Laufenden zu halten, um etwas über Dich selbst zu berichten, um Werbung zu machen. Dafür geeignet sind besonders Facebook und Twitter, sowie Pinterest und Instagram, aber auch YouTube bietet eine große Möglichkeit. Daran arbeite ich auch gerade. An einem kleinen Filmbeitrag, den ich bei YouTube platzieren werde. Erzähle deine Geschichten, berichte etwas über Deine Figuren und/oder neue Projekte. Aber auch kleine Gewinnspiele können einen Anreiz bieten, Dein Buch zu kaufen und zu bewerten. Lasse Dir was einfallen, was Deine Leser beflügelt, mitzumachen.

Wenn man sich allerdings ein Profil irgendwo anlegt und dann allenfalls mal alle paar Wochen reinschaut, kann man sich die Arbeit auch gleich sparen. Auch ein eigener Blog, wie der meine hier, bietet große Chancen, Leser auf Dich aufmerksam zu machen. Meine Seiten wurden von der Firma www.Easybay-web.de  kreiert, die sie auch betreuen und immer auf dem neuesten Stand halten. Natürlich nur internettechnisch. Für den Inhalt bin ich natürlich selbst verantwortlich.  Soziale Netzwerke sind extrem schnelllebig und sollten daher stets aktuell gehalten werden.

Und weil Bilder bekanntlich ja mehr als 1000 Worte sagen, kannst du mit Pinterest und Instagram Deine Leser mit interessanten Bildern erfreuen und sie somit ein bisschen an Deinem Autorenleben teilhaben lassen, sofern Du das möchtest. Die Menschen lieben es bekanntlich ja, auch mal hinter die Kulissen schauen zu können. Nicht umsonst erfreuen sich Biografien so großer Beliebtheit. Beispiele für Posts sind:

  • den Lesern Einblicke in Deine Lieblingsplätze zu geben, wo Du arbeitest oder Dich gerne aufhälst

  • Poste Bilder von deinen Lesungen, Auftritten und Veranstaltungen, sofern Du schon welche hattest

  • Erzähle Deinen Lesern ein wenig, was Deine Hobbies sind, welche Bücher Du gerne liest, Deine Lieblingsschauspieler

  • Du kannst auch Deine Leser an Deinen neuen Buchprojekten teilhaben lassen, ohne vorweg zuviel zu verraten

  • Erzähle Deinen Lesern, was Du gerne ißt, was Du am liebsten in Deiner Freizeit machst. Gebe Deinen Lesern das Gefühl, dich persönlich zu kennen.

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Ich werde in Kürze eine Lesung meiner Bücher bei YouTube veröffentlichen, dabei verschiedene Plätze wählen, wo ich lesen werde. Man kann auch einen kleinen lustigen Film aufbereiten. Lass Dir was Kreatives einfallen.

Eure Caren Anne Poe

Buch-Bestsellerlisten real oder nach FIFA-Manier

Wie entstehen Bestseller?

Wann, was oder wer entscheidet, ob ein Buch in die Bestsellerlisten aufgenommen wird?

Entscheiden echte Verkaufszahlen (Seller=Sales) oder sorgen Verlage dafür, dass ein neues Buch in die Liste aufgenommen wird oder wird hier wie bei der FIFA verfahren? Diese Frage treibt nicht nur mich seit Jahren um. Ist da die viel zitierte Transparenz von Seiten der Verlage vorhanden? 

Vor einigen Monaten schrieb ich bereits einen kleinen Beitrag darüber hier in meinem Blog , nachdem die Frage von einigen facebook-Freunden aufgeworfen wurde. Eine Freundin von mir, ebenfalls Selfpublisher-Autorin, schenkte mir zum Valentinstag ein Buch mit dem Titel „Lauter nackte Männer“ von Tina Grube, veröffentlicht über den renommierten Fischer Taschenbuchverlag. Sie bat mich um eine Beurteilung, was ich von dem Schreibstil, der Story, dem Buch generell halten würde. Wieder so ein Buch als Bestseller betitelt, wobei ich mich frage, ob die Leser wirklich so ein Buch kaufen würden. Klar, manche Leser wollen ein Buch verschenken und suchen nach einem interessanten Cover. Der Inhalt scheint da eher nebensächlich zu sein.

Ich habe selten so ein Buch in Händen gehalten. Hole, nichtssagende unbedeutende Phrasen, die es einem Leser nicht leicht machen, nach knapp hundert Seiten schrecklicher Langeweile, weiterzulesen. Primitive Dialoge, nichts aussagende Phrasen, die scheinbar nur ein Ziel verfolgen, genügend Seiten zusammenzubekommen. So kommt es mir vor. Wie kann so ein Werk von einem namhaften Verleger verlegt werden? Wie kann so ein fades, plattes, Blabla-Werk auf einer Bestsellerliste landen? Wie funktioniert das?

Ich lese das Backcover. Okay, es scheint eine spannende Lektüre zu sein, die mit Humor einhergeht. Es klingt zuerst einmal interessant und amüsant. Doch dann: Nach den ersten 97 Seiten frage ich mich langsam, wann denn endlich die Story beginnt?

Ich quäle mich seitenlang durch belanglose, uninteressante, langweilige Dialoge auf einem Gemüsemarkt. Kapitel 1 Orangen

Endlich geschafft ohne wegzudämmen. Kapitel 2  Vogel  beginnt. Gähn! Was hat dieser Quatsch mit der Story zu tun? Nichts. Ist m.E. ein offensichtlicher Seitenfüller. Kapitel 3, 4, 5, usw, usw. Wann beginnt denn nun die versprochene Story, die doch interessant zu sein scheint? Erst auf Seite 97 beginnt eine dezente Einleitung der Geschichte, aber nicht ohne sich weiterhin durch sehr flache Dialoge quälen zu müssen. Mir fiel es weiß Gott schwer, mein Versprechen einzulösen. Bis Seite 197 habe ich es durchgehalten, dann habe ich die Seiten nur noch überflogen und nach den Highlights der Story gesucht.

Liebe Conny, mein Resümee: Die eigentliche Story kommt viel zu kurz, dafür gibt es unzählige Seitenfüller ohne jeglichen Bezug zur Story. Ich würde dieses Buch keinem echten Leser schenken wollen, allenfalls, wenn er unter Schlafstörung leiden sollte. Hiermit schläft man gut ein. Marcel Reich-Ranicki hätte seine wahre Freude an diesem Werk gehabt.

Wie kommen solche Werke bloß auf die Bestsellerlisten? Werden die Angaben der Verlage je überprüft? Kann man die Angaben, evtl. Verkaufszahlen überprüfen? Wie kommt ein neues Buch, dass gerade erst erschienen ist, seine Leser also eigentlich noch gar nicht finden konnte, auf Bestsellerlisten?

Ich habe inzwischen eine ganze Menge Bücher von Selfpublishern gelesen und konnte mein Tablet, auf dem ich die eBooks lese, kaum aus der Hand legen. Ich stieg sofort ein in die wunderbaren Erzählungen. Viele dieser Bücher hätten es verdient, auf den Bestsellerlisten zu landen. Aber da kommen ja nur Bücher der großen eingesessenen Verlage drauf. Hier MUSS sich bald etwas ändern, wie bei der FIFA. Mehr Transparenz und Gleichberechtigung.

Bei einigen meiner Bücher ging es meinen Probelesern wie mir mit den Büchern anderer Selfpublisher-Autoren. Sie konnten sie nicht mehr weglegen. Wobei ich meine Bücher privat drucken lasse und an Leser verteile. Wie meinen authentischen Roman „Traurige Gewissheit...oder ist alles nur ein böser Traum?“, aber auch meine Trilogie „Nur wahre Engel leben ewig“, „Country of Utopia“ und „Abschied“ sind gern gelesene Bücher. Seit kurzem ist mein Hundeabenteuerbuch „Chiccos abenteuerliche Reisen“ auf dem Markt, dass neuerdings auch in allen Buchhandlungen bestellt werden kann. Einige meine Probeleser benötigten ein Taschentuch beim Lesen dieser herzzerreißenden Hundegeschichte. Nicht zum Einschlafen geeignet. Mein Gesundheitsratgeber „Polyarthritis Good Bye“ ist ein oft bestelltes Buch, dass gerade wieder auf den allerneuesten Stand der medizinischen Wissenschaft gebracht wird.

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Caren Anne Poe

 

 

 

 

 

Druckkostenzuschussverlage – Finger weg

Besser selbst, als mit einem Druckkostenzuschussverlag

Darum, Finger weg von Druckkostenzuschussverlagen. Warum? Siehe Link des deutschen Autorenverbunds.

kürzlich stieß ich auf einen neuen Verlagsnamen „Paramon-Verlag“ in Frankfurt. Ich besuchte deren Webseite und fand keinen Hinweis auf Kostenzuschüsse. Deshalb fragte ich dort einmal nach, was für ein Verlag sie denn seien. Denn zwei Freunde von mir haben über solche Bezahlverlage ihre Bücher verlegt, einen Haufen Geld dafür bezahlt und verkaufen Minimalstückzahlen. Von dem, was sie einnehmen, könnten sie nicht einmal anständig zum Essen gehen. Darum heißt meine Devise seit Jahren: „Finger weg von Bezahlverlagen. 

Hier kurz der Schriftverkehr zum Nachlesen, wen es interessiert.

Sehr geehrte Frau Finnern,

haben Sie herzlichen Dank für die ausführliche Antwort. Ich hatte es eigentlich schon befürchtet. Um schnell meine Antwort zu diesem Thema zu nennen, hier ein Link http://www.deutscher-autorenverbund.de/Wissen/Druckkostenzuschuss/

Das ist auch meine Meinung. Ich kenne einige Leute, die daran geglaubt haben und viel weniger Bücher verkaufen, als ich. Viel weniger. Wenn ich so wenig verdienen würde mit meinen Büchern, hätte ich das Schreiben längst an den Nagel gehängt. Warum sollte jemand noch fleißig an einem Projekt arbeiten wollen, wenn er seinen Verdienst/Profit bereits in der Tasche hat? 

Aber wie pflegten in den 70zigern die Autohändler in München zu sagen: „Jeden Tag gehen 5 Dumme durchs Siegestor und nur einen davon brauche ich.“

In diesem Sinne, weiterhin viel Erfolg mit Ihrem Verlag. Einer geht immer durchs Siegestor.

Mit freundlichen Grüßen

Caren A. Poe

—–Ursprüngliche Nachricht—–

Von: Paramon-Verlag [mailto:info@paramon.de]

Gesendet: Sonntag, 14. Februar 2016 14:20

An: autor@caren-anne-poe.com

Betreff: Re: Buchprojekte

Sehr geehrte Frau Poe,

vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Self-Publishing bedeuted, dass der Autor zunächst immer in sein eigenes Werk investieren muss.

Self-Publishing hat den Nachteil, dass Risiko und Kosten beim Autor liegen, das lässt sich nicht wegdiskutieren. Dafür gibt es enorme Vorteile, die für viele Autoren überwiegen: Sie können selbst entscheiden, dass das Buch erscheint, Sie haben (zumindest bei uns) ein Mitspracherecht bei der Gestaltung (Sie geben die Druckfreigabe!) – und Sie verdienen enorm viel mehr als bei traditionellen Verlagen. Dort sind es etwa 3-6%, bei uns 25-35%.

Die Kosten lassen sich nicht pauschal angeben. Ein Kinderbuch mit wenigen Seiten hat einen anderen Aufwand als ein Fantasy-Thriller mit mehr als 1 Mio Zeichen und natürlich auch einen ganz anderen Aufwand im Marketing. Um Ihnen Preise anhand dieser beiden Beispiele zu nennen: Ein Kinderbuch kostet ab 1.100€, ein umfangreicher Fantasy-Roman ca. 5.500€ – darin inbegriffen sind Buchsatz, Coverlayout, Druck, Vertrieb und Werbung/PR (unser Schwerpunkt).  Es ist immer unser Ziel, gemeinsam mit unseren Autoren heraus zu finden, welche Lösung für Sie die beste ist. So sind die Kosten natürlich ganz maßgeblich auch davon abhängig, welche Leistungen Sie benötigen und welche man sich sparen kann.

Wenn Sie mögen, senden Sie uns doch gerne einmal Ihr Manuskript, dann prüfen wir es kostenfrei und unverbindlich – und dann haben Sie eine konkrete Zahl auf dem Tisch.

Es gibt oftmals auch die Möglichkeit einer Finanzierung.

Ich freue mich, von Ihnen zu hören!

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Finnern

Autorenbetreuung   Paramon-Verlag

Korrespondenzbüro Frankfurt am Main

Messeturm – Friedrich-Ebert-Anlage 49 – 60308 Frankfurt Tel. 069/80 88 43 56 Paramon® ist eine Marke der Europäische Verlagsgesellschaften GmbH

Honorar für Self-Publisher geringer

ePubli zahlt seinen Autoren zukünftig weniger Honorar aus.

Die Verringerung der Auszahlungen beträgt etwa 20 Prozent.

Die Plattform ePubli für Self-Publisher zahlt seinen Autoren zukünftig weniger Honorar. In der Pressemitteilung des Anbieters versucht man es ein wenig zu verklausulieren, in dem nicht von einer Herabsetzung der eBook-Honorare spricht, sondern von einer Umstellung ihres Honorarmodells. Zukünftig erhält der Autor statt der bisher 60 Prozent vom Netto-Verkaufspreis, nun 70 Prozent vom Netto-Erlös. Damit wird praktisch eine Verringerung der Auszahlungen um etwa 20 Prozent erzielt.  Kostet ein eBook zum Beispiel 2,99 Euro, so erhält der Autor ab diesem Jahr statt 1,50 Euro nur noch 1,17 Euro.

Der Grund könnte sein, dass ePubli und Neobooks seit einiger Zeit beide zur Holtzbrinck-Verlagsgruppe gehören. Somit könnte ePubli  in Zukunft wahrscheinlich eher auf das Print-on-Demand-Geschäft geschoben werden, während Neobooks weiterhin im eBook-Bereich aktiver sein wird. Die Honorarumstellung dürfte ePubli weniger attraktiv als Distributor machen.  

Alle wollen immer mehr von der Arbeit der Autoren profitieren. Auch bei Amazon habe ich festgestellt, dass die Druckkosten erheblich angehoben wurden und eigentlich kaum noch etwas für den Autor übrig bleibt, wenn man das gedruckte Buch dort verkauft. Aber leider ist Amazon der größte Distributor am Markt für Selbstverleger. Und immer mehr Menschen kaufen bei Amazon. Wie auch in anderen Branchen, ist der Hersteller der am schlechtesten Bezahlte. Wenn der Buchhandel endlich aufwachen würde, könnte sich das ändern.

 

Twentysix-Random House – Neue Chance für Selpublisher?

Random House springt auf Zug der Selfpublisher auf

Twentysix heißt die neue Plattform für Self-Publisher, mit der Random House in dieses Marktsegment einsteigt.

Im boersenblatt – Portal der Buchbranche, fand ich einen interessanten Artikel für uns Selfpublisher. Random House springt nun auch auf den Zug der Plattformen für Selfpublisher auf. Wird damit zum Konkurrenten für Neobooks, Xinxii, Amazon & Co. Der Start des Selfpublisher-Portals „Twentysix“ war am 14. Oktober 2015 gestartet. Es soll eine Kooperation zwischen der Verlagsgruppe Random House und BoD (Books on Demand) sein. Mit dieser neuen Plattform soll sich die Chance für uns Selfpublisher erhöhen, eventuell von der Verlagsgruppe Random House entdeckt zu werden. Naja, warten wir das mal ab. Dieses Versprechen kenne ich von Neobooks seit knapp 3 Jahren. Bisher wurden meine vier Bücher nicht einmal zur Kenntnis genommen. Uns Selfpublishern macht man den Mund wässrig mit dem Versprechen, dass die Lektoren der Verlagsgruppe die Aktivitäten der Selfpublisher auf der Plattform verfolgen, um somit potenzielle neue Sterne am Autorenhimmel zu entdecken. Und natürlich gibt es auch hier eine Jury aus Lektoren, Marketing- und Vertriebsservices, die regelmäßig Nominierungen für ein exklusives Autoren-Coaching, für einen exklusiven Verlagsservice, die Produktion von Buchtrailern oder andere Werbemaßnahmen vergeben. Das Ziel sei die Förderung aufstrebender Autoren. Zitat: „Unsere Lektoratskollegen freuen sich auf die Möglichkeit, bei Twentysix zukünftig noch zielgerichteter nach neuen Autorentalenten Ausschau zu halten, um diese im Idealfall für das eigene Verlagsprogramm gewinnen zu können“, so Matthias Aichele, Leiter Unternehmensentwicklung der Verlagsgruppe Random House. Nach der Startphase will man weitere Serviceangebote rund um die Erstellung, die Gestaltung und Vermarktung der Titel anbieten. Eine wirklich gute Idee, finde ich. Gerd Robertz, Sprecher der Geschäftsführung von BoD meint dazu, das Twentysix das ideale Angebot für Selfpublisher biete, die an einer Anbindung an einen Verlag interessiert seien. Ich werde es ausprobieren. Ich bin mal gespannt, was bei ihnen anders läuft, als bei Neobooks. Caren Anne Poe – Autorin  

Mein eBook „Polyarthritis Good Bye“ wieder online !

Polyarthritis Good Bye

Es war eine harte und lange Geburt, meinen überarbeiteten Gesundheitsratgeber „Polyarthritis Good Bye“  erneut bei Neobooks zu platzieren.  Denn seit der Umstellung auf eine neue Software, gab es in der Vergangenheit eine Menge Probleme, sowohl bei Neobooks, als auch bei Tolino, da beide Distributoren die gleiche Software benutzen. Obwohl wir auch Calibre nutzen, um Word Dateien umzuwandeln, wurde unser EPub weder bei Neobooks, noch bei Tolino in irgendeiner Form akzeptiert.

Ich musste zwischendurch meinen Computer verlassen und auf der Terrasse nach Luft schnappen, sonst hätte ich für meinen unschuldigen Computer keine Garantie des Überlebens mehr übernehmen wollen. Ich bin fast wahnsinnig geworden. Doch Jennie von Neobooks schrieb dann heute Morgen, alle meine Daten seien gut angekommen, obwohl ich im Frontend sie nicht als bestätigt sehen konnte, im Gegenteil. Denn das neue System forderte mich nach Betätigung speichern und weiter jedes Mal auf, ALLE Daten einzugeben, als seien sie nie vorhanden gewesen. Neobooks hat das denn im Backend erledigt, wie auch immer. Auf jeden Fall klappte am Ende nach viermaligem Versuch sogar noch das „jetzt veröffentlichen.“ DANKE Neobooks. Wollte heute schon zu BookRix wechseln. Dann kam auch bei Neobooks die Erlösung. Da ich schon etwa seit Beginn ihrer Plattform bei ihnen unterwegs bin, der Support wirklich kundenorientiert ist, trotz meiner frechen Mails, bleibe ich nun doch erst einmal Neobooks treu. Eure Caren

ZDF-Zoom über die Macht von Amazon

Interessanter Bericht bei ZDF-Zoom über die Macht von Amazon

Woran kann es liegen, wenn ein Buch alle Kriterien eines Bestsellers erfüllt und trotzdem bei Amazon nicht die entsprechenden Verkaufszahlen erreicht? Machtmissbrauch? 

Am 17.6.2015 sah ich einen sehr interessanten Bericht im ZDF Zoom über Amazon, der mich noch nachdenklicher machte. Am 29. Mai 2015 schrieb ich hier in meinem Blog bereits einen Artikel über Raubkopien der Bücher von Selfpublishern. Denn ich hatte festgestellt, dass ein anderer großer Shop in Australien, offenbar Partner von Amazon, mein Buch als gedrucktes Buch zu einem utopischen Preis anbot, mit dem Hinweis, man habe die Exklusivrechte. Ich habe bei Amazon unverzüglich auf die extended distribution verzichtet, da ich den Shop unter diesen Partnern vermutete.

Woran liegt es, wenn ein Buch alle Kriterien für einen Bestseller erfüllt und trotzdem nicht die gewünschten Verkaufszahlen erreicht? 

Dann nahm ich Kontakt mit einem anderen Distributor auf, um die Frage zu stellen, wie man normalerweise seine Verkäufe als Selfpublisher überhaupt kontrollieren könne. Und ich stellte die Frage, wie kann ich mich als Selfpublisher überhaupt gegen Betrug wehren. Zum Beispiel, wenn Amazon & Co von den Büchern der Selfpublisher nur jedes 2. oder 3. verkaufte Buch nicht abrechnen würde, sprechen wir hier nicht von Peanuts, sondern über Milliarden Einnahmen, OHNE einen Handschlag dafür tun zu müssen. Die Arbeit haben ja schon die Selfpublisher geleistet. Ich wundere mich nämlich über meine Verkaufszahlen. Bei Zig Millionen Lesern, scheint es beinahe unwahrscheinlich, dass ein interessanter Roman Titel: „Traurige Gewissheit …oder ist alles nur ein böser Traum„, zumal nach einer wahren Begebenheit geschrieben, mit einem Cover, das bei Testlesern sehr gut ankommt, sowie bei Lesern, mit denen ich in Kontakt treten kann, viel Lob erfährt, nicht monatlich mindestens einige tausend Bücher den Leser erreichen? Woran liegt es also?

Am Buch kann es eigentlich, nach meinen bisherigen Erfahrungen nicht liegen. Berichte, wie der von ZDFzoom verschlimmern meine Ängste. Denn welche Kontrollmechanismen stehen uns denn zur Verfügung? Erhalten wir genaue Details über die Verkäufe? Wer kontrolliert die Großen? Nach meiner Frage nach Kontrolle, sagte man mir, Amazon sei so unendlich groß, dass sie das gar nicht nötig hätten. Dann frage ich mich, wieso sie dann ihre eigenen Händler offensichtlich, wie bei ZDF Zoom gezeigt, ruinieren müssen.

Ein altes Sprichwort sagt, Geld verdirbt den Charakter. Wenn es um ein Milliardengeschäft ohne jegliche Arbeit oder eigenes Investment geht? Ist das nicht verlockend? Außerdem würden diese Verkaufsplattformen von den Steuerbehörden genauestens kontrolliert. Wie viele Bücher sind versendet worden und wie viel abgerechnet. OK.  ABER wie sieht es mit den eBooks aus. Mit einer speziellen Software kann man hier eine genaue Kontrolle sicher ausschließen. Ich glaube persönlich nicht, dass sich das von Dritten kontrollieren lässt. Wir müssen uns auf Gedeih und Verderb auf die Ehrlichkeit unserer Partner verlassen und das in einer Zeit wie heute. Bereitet mir echte Kopfschmerzen. Ich habe noch geschäftsmäßig gelernt „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“. Caren