Interessante Berichte und Artikel *meine eigenen Bücher*News

Agenten

RAUBKOPIEN von Büchern – die neueste Masche der Betrüger

Wer glaubt, nur die Musikbranche sei betroffen, der irrt sich gewaltig.

Der neueste Coup einer gigantischen Branchenmafia ist das Dealen mit angeblichen Gebrauchtbüchern!

Der Klau geistigen Eigentums ist ein Milliardengeschäft und nimmt auch in Deutschland inzwischen Ausmaße an, die eigentlich schon lange nicht mehr akzeptabel sind. Doch was macht die Politik? Wie immer. Sie steckt den Kopf in den Sand und tut so, als gäbe es dieses Problem nicht. DENN die heutigen Gesetze reichen offensichtlich bei weitem nicht aus, um diesem milliardenschweren mafiamäßigen Handel mit fremdem geistigen Eigentum zu stoppen.  

Wie in vielen anderen Bereichen wie Versicherungen, Gesundheit, Bankenwesen etc., ist der Geschädigte immer der Dumme. Warum? Weil in Deutschland die Beweislast beim Geschädigten liegt, anstatt bei den Tätern, bei den Betrügern, bei den Verursachern einer Sache. In meinen Augen ein total krankes Rechtssystem, dass eigentlich den Namen Recht nicht mehr verdient. Jede Woche sehen wir bei Frontal21, oder den Reportern, oder WISO, oder Zoom, oder, oder Fälle von solch gigantischen Betrügereien, die alle ungestraft bleiben, weil es den Geschädigten, wie auch in der Buchbranche, einfach unmöglich gemacht wird, die Beweise beizubringen.

Ein Autor, ein Selbstverleger, ein Verlag, ein Agent hat wohl kaum die Möglichkeit, von den massenhaften Anbietern geklautem geistigem Eigentum die Herausgabe ihrer Lieferquellen zu verlangen, was FALSCH ist!

Wenn massenhaft nicht nur eBooks kopiert und auf eigene Rechnung (Betrug) weiterverkauft werden, wenn sogar Bücher nachgedruckt werden, um sie dann über namhafte Shops als gebrauchte Bücher zu verkaufen, die dann als brandneue Bücher ausgeliefert werden, hat das mafiose Strukturen. Und was macht die Politik? Schafft sie etwa Fakten, damit die Geschädigten mit einem einfachen oder eingeschriebenen Brief die Nennung der Buchquelle verlangen können? Wo hat der Anbieter der gebrauchten Bücher das jeweilige Buch her? Wer hat es ihnen geliefert? Ich sage persönlich, NIEMAND, nach meiner bisherigen Erfahrung.

Ich suche ständig das Internet nach meinen Büchern ab. So schrieb ich hier in meinem Blog am 29. Mai 2015 bereits einmal einen Artikel über Raubkopien und wie ich es schaffte, meinen Roman „Traurige Gewissheit …oder ist alles nur ein böser Traum?“ von der Seite eines Shops, ähnlich wie Amazon, in Australien und Neuseeland gelöscht zu bekommen. Offenbar sind dort die Staatsanwaltschaften nicht so zimperlich, denn alleine meine Androhung, sie anzuzeigen, zeigte rasche Wirkung. Und hierzulande??? Im Eldorado der Kriminellen, würden sich die Leute totlachen und es würde zu einer Mammutaufgabe werden, alle zu verfolgen.

Aber ich frage mich, WIESO die Buchbranche es einfach geschehen lässt. Wieso tut man sich nicht zusammen und attackiert gemeinsam diese Betrüger. Gemeinsam wäre man stark, als Einzelkämpfer in Deutschland steht man allenfalls im strömenden Regen.

Caren Anne Poe

Neuer Bestseller? 2.Leseprobe des neuen Frauenromans – Ihr Urteil gefragt.

Hier kommt die zweite Leseprobe, die hoffentlich wieder viele Leser anzieht.

Über eine Coveridee würde ich mich freuen. Das Cover gibt es noch nicht.

Zur Einleitung bitte den ersten Teil lesen.

„Gil, wer sagt, dass wir die Männer brauchen?“

Sie nahm es ganz deutlich wahr, wie Roberts Schritte sich ziemlich hastig von Lynn entfernten. Aber Lynn´s Idee, Dave dafür zu lynchen, schien eine geradezu grandiose Idee zu sein, überlegte sie. Darüber sollte ich ernsthaft nachdenken. Männer scheinen wirklich von einem anderen Planeten zu stammen, wie wir Frauen, kam es Esther in den Sinn.  John Gray hat vollkommen recht mit seiner These, dass der Mann vom Mars und die Frau von der Venus abstammen muss. Männer und Frauen passen in Wirklichkeit einfach nicht zusammen, außer für Sex, zum Kinder machen und vielleicht noch eine Zeit lang, um von ihnen versorgt zu werden. Aber danach?

Diese Gedanken lenkten sie für einen kleinen Augenblick so sehr von all dem Geschehen ab, dass sie plötzlich feststellte, wie still es um sie herum wurde. Nichts drang mehr an ihr Ohr. Nicht das Gelächter ihrer Gäste, nicht Daves Stimme, nicht das Klatschen und Getuschel. Nichts, einfach nichts war mehr zu hören.

Angestrengt versuchte Esther die Stimmen wieder einzufangen. Aber es gelang ihr nicht mehr. Irgendwie musste sich die gesamte Gesellschaft plötzlich in Luft aufgelöst haben? überlegte sie. Wie ist das möglich?

Aber natürlich waren sie alle noch da und amüsierten sich nach wie vor köstlich über Daves Vorstellung. Doch ihr Gehirn schien Erbarmen mit ihr zu haben und blendete für einen Moment die Geschehnisse einfach aus. So drang nur noch ein dumpfes Gemurmel bis an ihr Ohr. Und Daves Stimme war schlagartig verstummt, sie erreichte Esther nicht mehr und sie war dankbar dafür.

Während sie erleichtert diese himmlische Ruhe genoss, wurde sie plötzlich wieder unsanft aus ihrer rettenden Lethargie gerissen. Schlagartig drang erneut lautes Gelächter, das laute Klatschen der Gäste und das große Stimmenwirrwarr an ihr Ohr. Irgendwie schien es ihr, als sei das Lachen und Klatschen sogar noch lauter geworden als zuvor. Offensichtlich war es vorbei. Noch immer stand Esther wie versteinert da und traute sich nicht, sich zu bewegen. Aha, Dave der große Unterhalter erhält nun seinen Applaus, das Theaterstück ist vorbei und der Künstler verneigt sich vor seinem Publikum, kam es Esther in diesem Moment in den Sinn. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie wieder zu sich kam, als eine Gestalt sich schnellen Schrittes auf sie zu bewegte. Jedoch konnte sie im ersten Moment nicht genau erkennen, wer es war, weil die Sonne sie blendete. Dann spürte sie zwei kräftige Hände, die sie packten und fest umklammerten. Nun erkannte sie Dave im Schein der untergehenden Sonne, der sie freudestrahlend an sich riss, als habe er gerade den Jackpot im Lottospiel geknackt und als wolle er dieses Glück jetzt mit ihr teilen.

„Na Schatz, hat es dir gefallen?“

Dave zog sie schwungvoll so fest an sich heran, dass sie kaum noch Luft bekam. Dann gab er ihr einen Kuss auf ihr nach Flieder duftendes Haar, das ihr Kenny, ihr Friseur, noch am Morgen gewaschen und für diesen Abend wunderschön frisiert hatte. Dave ließ dabei seine Hand zärtlich ein paar Male an ihrem Rücken rauf- und runtergleiten, bis seine Hand auf ihrem Po zum Stillstand kam. Esther erschauderte und sie spürte, wie wieder die Röte der Wut in ihre Wangen stieg. Ihre schon seit langem aufgestaute Wut war jetzt kaum noch zu bändigen. Aber sie hatten viele Gäste im Haus, also musste sie sich weiter zusammenreißen. Doch sie selbst kam sich inzwischen wie eine verirrte und vergessene Bombe aus dem zweiten Weltkrieg vor, die jeden Moment hochgehen, jeden Augenblick explodieren konnte.

„Ich habe mir so viel Mühe damit gemacht“, wobei er ihr verschwörerisch in die Pobacken kniff, „um dir eine Freude zu machen. Ich hoffe, es ist mir gelungen. Es hat Stunden gedauert, bis es für meine Angebetete, nur für dich meine große Liebe geschrieben war.“
Du gottverdammter Heuchler, hätte sie am liebsten laut herausgeschrien.

„Es ist mein Geburtstag, es ist meine Geburtstagsfeier und es sind meine Gäste, die zu meinen Ehren gekommen sind.“

„Aber Schatz, das weiß ich doch. Hat es dir denn nicht gefallen?“

„Wie würdest du reagieren, wenn ich dich vor deinen Freunden so entblößen würde. Ich frage mich, ob ich dich wirklich kenne oder je gekannt habe.“

„Wie kannst du so etwas sagen? Was habe ich falsches gesagt oder getan? Ich würde dich auf Händen tragen. Das weißt du genau.“

„Nur das du es nicht tust.“

„Weil du mir keine Gelegenheit mehr dazu lässt.“

„Ha, jetzt bin ich wohl selbst schuld, dass du mich vor all meinen Freunden wie eine Idiotin hinstellst, mich so dermaßen entblößt?“

„Schatz, würdest du nur einmal richtig zuhören, würdest du wissen, dass ich nur aus Liebe zu dir dieses Gedicht für dich geschrieben habe und dass ich dich ganz sicher nicht damit verletzen wollte. Ganz im Gegenteil, Schatz, glaub mir bitte.“

„Soll das heißen, dass ich dir nie richtig zuhöre? Und nenne mich nicht immer Schatz.“

Wütend drehte Esther sich zur Seite.

„Mein Gott, jetzt mach doch nicht so einen Wirbel wegen meines Vortrags, den ich, ich versichere es dir noch einmal hoch und heilig“, wobei er schwörend den Zeige- und Mittelfinger zu einem V geformt nach oben streckte, „aus Liebe, nur aus reiner Liebe zu dir gehalten habe. Was ist falsch daran?“

„Du verstehst gar nichts, Dave.“

„Was soll das jetzt schon wieder heißen? Euch Frauen soll man verstehen?“

Dave fühlte sich langsam genervt von dieser Diskussion und Esthers unterschwelligen Vorwürfen, die sie ihm in letzter Zeit immer öfter um die Ohren schlug. Hätten sie keine Gäste hier gehabt, die Diskussion wäre sicherlich noch heftiger oder gar aus dem Ruder gelaufen. Wahrscheinlicher war es, dass sich diese Unterhaltung zu einem handfesten Streit ausgeweitete hätte. So hatte auch sie keinen Bock mehr, weiter diese sinnlose Unterhaltung zu führen.

„Heute ist dein Geburtstag, der letzte Lebensabschnitt beginnt für dich.“

„Danke, dass du mich daran erinnerst.“

„Was ist bloß los mit dir Esther? Kannst du nicht einfach, wie wir alle, deine Gäste und ich, diesen wundervollen Tag und diese herrliche Sommernacht genießen. Vergiss das blöde Gedicht.“

„Das kann ich nicht. Es hat mir die Augen geöffnet.“

„Jetzt mach da bloß kein Drama draus. Es war doch nur als Liebesbeweis und nicht als Demütigung gedacht. Versuch es doch bitte so zu verstehen, wie es ist. Es ist doch gar nicht alles so ernst gemeint gewesen.“
Dave bückte sich gerade zu ihr herunter, um ihr einen Friedenskuss zu geben, doch sie wandte sich blitzschnell ab, drehte sich auf den Fersen um und ließ den verdutzt schauenden Dave einfach stehen. Sie war nicht in Stimmung für den Austausch solcher Zärtlichkeiten. Noch während Dave ihr vollkommen entsetzt, ja brüskiert nachsah, wie sie mit strammen Schritten auf das Buffet zusteuerte, schlug ihm jemand von hinten kräftig auf die Schulter.

„Hi Dave, altes Haus. Das war wirklich köstlich, habe schon lange nicht mehr so herrlich lachen können, wie über dein Gedicht. Ich wusste überhaupt nicht, dass in dir so ein großartiger Poet steckt. Chapeau. Und wie fand Esther es?“

„Wieso fragst du?“

Dave beschlich plötzlich das unbestimmte Gefühl, dass Maureen ihn getäuscht hatte. Sein Gedicht löste zwar bei allen Gästen, jedenfalls den Männlichen, größte Freude und Begeisterung aus, nur nicht bei seiner Frau, der er schließlich das Gedicht widmete. Forschend blickte er in Alans Gesicht.

„Weil Sandra mir nach so einem Gedicht einen Einlauf verpassen würde, wie sie mich gerade warnte, ja nicht auch auf so eine Idee zu kommen. Frauen haben nämlich keinen Humor, und falls doch, dann jedenfalls einen anderen als wir Männer. Ich fand es auf alle Fälle köstlich gelungen, alter Junge.“

Voller Anerkennung der lyrischen Fähigkeiten seines Freundes Dave, klopfte Alan ihm nochmals auf die Schulter und dann verschwand auch er noch immer fortwährend lachend in Richtung Buffet. Maureen sah den einsamen Dave wie angewurzelt an der Stelle stehen, wo Esther ihn zurückgelassen hatte. Wie Esther so am Buffet stand, beobachtete sie Maureen kritisch, die ihren Blick nicht mehr von Dave ablassen konnte.

Maureen kommt mir neuerdings wie eine Spinne vor, die ihr Netz immer enger um ihre Opfer spannt. Ist Maureen überhaupt noch meine Freundin, fragte sich Esther in diesem Moment. Ihr Blick wanderte zwischen Maureen und Dave einige Male hin und her. Was läuft da zwischen den beiden? Aber will ich das überhaupt noch wissen? Sie beschloss, nicht weiter darüber nachzudenken.

Natürlich hatte Dave es nicht wirklich böse gemeint, dass wusste sie, und doch traf sie sein witzig gemeintes Gedicht wie ein Fausthieb ins Gesicht. Sie empfand es als Sarkasmus in reinster Kultur. Aber wie war Dave überhaupt auf so eine bescheuerte Idee gekommen, so ein Gedicht zu schreiben. Es war ganz und gar nicht seine Art und außerdem hielt er nie viel von Gedichten. Wer hatte ihn dazu angestiftet? Die Frage trieb Esther noch eine Weile um, während sie mal hier, mal dort mit ihren Gästen scherzte und sich allerlei Heucheleien anhörte.

Ihre Gäste amüsierten sich nämlich prächtig über Daves Vortrag, und das auf ihre Kosten. Das machte sie noch wütender auf Dave. Ich sollte über Lynns Idee nachdenken und ihn wirklich lynchen, überlegte sie einmal mehr. Und Maureen, die sich immer noch vor Lachen ihre Hände vor den Bauch hielt, kam nun direkt auf Esther zu. Sie wollte sich eigentlich schnell verdrücken, als Maureen sie an der Schulter packte und stoppte.

„Man, soviel Humor hätte ich Dave gar nicht zugetraut“, heuchelte sie schadenfroh. Sie spürte genau, wie verletzt Esther war und genoss diesen Moment in vollen Zügen.

Dann vergrub Maureen zu allem Übel auch noch ihre scheußlichen und viel zu langen künstlichen Fingernägel in Esthers Schulter. Wütend wischte sie ihre Hand weg und fauchte Maureen verärgert an. Doch das schien sie nur noch mehr zu amüsieren. Maureen hat sich irgendwie verändert. Was ist bloß los mit ihr, fragte Esther sich, während sie Maureen wütend anfunkelte. Irgendwas läuft zwischen dir und meinem Mann, da Wette ich drum. Wenn ich bloß wüsste was? Ihr brütet doch irgendwas aus, war Esther sich plötzlich sicher, während sie versuchte, Maureens Fassade zu durchbrechen.

„Was um alles in der Welt ist an diesem Gedicht so lustig? Hast du was damit zu tun?“

„So ein Quatsch. Seit wann kannst du keinen Spaß mehr vertragen? Sonst bist doch immer diejenige, die gerne mal ein Scherzchen auf Kosten anderer macht.“

Entrüstet wich Esther einen Schritt zurück.

„Spinnst du jetzt komplett? Ich mache nie Scherze auf Kosten anderer, wie kannst du nur so etwas sagen? Was ist bloß in letzter Zeit mit dir los? Hast du ein Verhältnis mit Dave?“

Noch im gleichen Moment verfluchte sich Esther dafür, die eifersüchtige Ehefrau zu spielen. Sie kam sich dabei so unbeschreiblich bescheuert vor, Maureen diese Frage zu stellen. Denn sie erwartete ja nicht ernsthaft eine ehrliche Antwort von ihr. Also hätte sie sich diese Frage auch sparen können.

Doch Maureen überging elegant die Frage ihrer Freundin und antwortete stattdessen: „Dave hat sich so viel Mühe für dich gemacht und wie dankst du ihm das? Ich wäre schon froh, wenn Keith mich überhaupt noch wahrnehmen würde.“

Esther wunderte es überhaupt nicht, dass Keith sich mehr und mehr von ihr entfernte. Irgendwie trieb sie neuerdings ein undurchschaubares Spiel. Schnippisch wandte Maureen sich von ihrer Freundin ab, aber nicht, ohne heimlich ihren inneren Sieg zu genießen. Dann verschwand sie im Pulk der anderen lachenden Gäste.

Dave durchzuckte es, als er die beiden Frauen zusammen sah, die sich offenbar feindselig unterhielten. Angespannt und nervös beobachtete er die Beiden. Er suchte in Esthers Gesicht nach einer Reaktion. Ihn beschlich im gleichen Moment ein ungutes Gefühl.

Hoffentlich macht sie es nicht noch schlimmer. Ich wüsste zu gerne, über was Maureen mit Esther gesprochen hat. Ich hoffe nur, sie hält sich an unsere Abmachung, dachte Dave nervös. Nachdem Maureen sich entfernt hatte, kam Dave eiligst angerannt, entriss Esther ihren Gedanken, in die sie auf dem Weg zum Wohnzimmer gerade tief versunken war.

„Was wollte Maureen von dir?“

„Nichts, sie hat deine Verteidigung übernommen. Seltsam, nicht wahr.“

„Was für eine Verteidigung?“

Dave war sichtlich beunruhigt.

„Habt ihr beide ein Geheimnis? Oder ein Verhältnis?“

„Jetzt drehst du aber vollkommen durch! Was soll diese schamlose Unterstellung, Esther, warum sagst du so etwas?“

„Weil mir Maureens Verhalten in letzter Zeit äußerst seltsam vorkommt und wie sie für dich in die Presche springt, alle Achtung.“

Während Esther den armen Dave wieder wie einen vergessenen alten Schuh stehen ließ, dachte sie über Maureen nach. Komisch, wieso entwickle ich auf einmal so eine Abneigung gegen Maureen? ging es ihr durch den Kopf. Zählt sie denn nicht mehr zu meinen besten Freundinnen? Doch irgendetwas stimmt nicht mehr mit ihr, das spüre ich genau. Irgendwas ist hier im Busch.

Der Abend verlief weiterhin zur vollsten Zufriedenheit ihrer geladenen Gäste. Doch Esther wurde es alles zuviel. So beschloss sie kurzerhand, als Erste ihre eigene Party zu verlassen. Sie schob plötzlich auftretende Bauschmerzen vor. Dave war ihr gefolgt.

„Wohin gehst du?“

„Schlafen.“

„Du kannst doch deine Gäste nicht einfach sich selbst überlassen, Schatz, die sind doch alle nur deinetwegen hier!“

„Wieso denn nicht, du hast sie doch bisher auch sehr gut unterhalten, ihr braucht mich nicht. Ich bin müde und habe Bauchschmerzen. Folgedessen gehe ich jetzt zu Bett. Es ist doch schon ziemlich spät. Lasst euch davon nicht stören. Hey Leute, hört mal alle her. Darf ich bitte mal kurz um eure Aufmerksamkeit bitten?“ rief Esther in die Runde. „Hey, seid doch bitte mal einen Moment ruhig.“
Nachdem sie kurzerhand die Musik ausgeschaltet hatte, schauten sämtliche Gäste überrascht zur Terrasse.

„Hört mal Leute, ich möchte mich bei euch allen für euer Kommen und die Geschenke bedanken. Ich hab´ mich wirklich sehr über euren Besuch gefreut. Bitte seid mir nicht böse, aber mir geht es im Augenblick nicht so gut. Ich denke, ich werde zu Bett gehen. Aber bitte, lasst euch nicht stören. Ihr könnt selbstverständlich so lange bleiben, wie ihr Spaß habt. Dave ist ja da und wird weiter für euer leibliches Wohl sorgen. Nochmals Danke für euer Kommen und gute Nacht allerseits.“

„Na bitte, was hab ich dir vorhin gesagt, sie ist sauer und zwar richtig sauer, da gehe ich jede Wette mit dir ein“, meinte Lynn Paddy siegessicher, die während Esthers kleiner Ansprache schnell zu Robert Bennet huschte, ihn an seinem Hemd packte, um ihren Verdacht zu bestätigen.

Esther verließ die Terrasse und ging ins Haus. Irgendwie war sie müde des Lebens. Wieso um alles in der Welt bin ich in letzter Zeit nur so gereizt? fragte sie sich immer öfter. Habe ich vielleicht einfach nur überreagiert? Hatte Dave sich nicht wirklich alle Mühe gegeben, mir eine Freude zu machen? Und ich, ich dumme Kuh habe ihm dafür den ganzen Abend verdorben. Aber warum konnte mich sein Gedicht so dermaßen aus der Fassung bringen?  

Ein ganz kleines schlechtes Gewissen, noch kleinere Schuldgefühle ließen sie einen winzigen Moment nachdenklich werden. Doch das verging sehr schnell wieder. Eigentlich war es ihr egal, ob sie Dave damit kränkte oder nicht. Auf dem Weg in ihr  Schlafzimmer, hörte sie plötzlich Daves aufgebrachte Stimme, die  sie  jedoch nur noch dumpf wie ein Tunnelecho erreichte.

„Du kannst jetzt unmöglich ins Bett gehen?“, rief er ihr vom Flur aus hinterher. Das hier ist deine Feier, es sind schließlich deine Gäste, wie du gerade selbst festgestellt hast. Du kannst mich doch jetzt nicht mit allem hier alleine lassen! Esther, komm sofort zurück!“

Sie verschloss die Zimmertür hinter sich,  ging ins Bad, zog sich aus, schminkte sich ab und betrachtete nackt ausgiebig und sehr kritisch  ihren Körper im Badzimmerspiegel, der über die gesamte Wand reichte. Sie hatten sich seinerzeit entschieden, eine Wand ganz aus Spiegelglas fertigen zu lassen. Esther liebte es, sich in einem Spiegel ganz betrachten zu können, nicht immer nur den Kopf oder allenfalls mal einen halben Körper. Meistens blieben dabei die Problemzonen der Frau unsichtbar, weshalb man kaum sah, was dringend korrigiert gehörte.

Nun hat mein Körper bereits ein halbes Jahrhundert hinter sich gebracht. Was fangen wir nun mit unserer zweiten Lebenshälfte Schönes an.

„Hast du eine Idee“, fragte sie ihr Spiegelbild. Kritisch betrachtete sie sich von allen Seiten in ihrem Spiegel. Sie fuhr sich mit der Hand durch ihre langen rotblonden Haare, die auch jetzt noch wie eine wunderschöne Löwenmähne in weichen Locken über ihre Schulte hingen.

„Bin ich noch attraktiv oder schon fern ab von Gut und Böse? Was meinst du dazu Mädel, sind wir noch attraktiv genug, dass sich andere Männer nach uns umdrehen werden, sich nach uns verzehren? Soll ich mir vielleicht mal meine Haare schwarz oder dunkelbraun färben lassen? Oder meinst du, mir würde mal zur Abwechslung eine flotte Kurzhaarfrisur besser zu Gesicht passen.“

Sie drehte ihr lockiges Haar zu einem Dutt zusammen und betrachtete sich so mit kurzem Haar.

„Nein, ich denke die langen Haare, besonders, wenn sie so dick sind wie meine, sehen einfach geiler, sexier, attraktiver aus oder was meinst du?“

Sie entließ ihre Haare aus der Zwangsumklammerung und zupfte sich ihre Locken wieder zurecht. Dabei betrachtete sie sich erneut von allen Seiten. Sie führte in letzter Zeit gerne mal ein Zwiegespräch mit ihrem Spiegelbild.

Aus der Ferne drang die Musik von Tina Turner an ihr Ohr. Sie sang gerade ihren grandiosen Song Nutbush, die ihre scheinbar nicht zu versiegende Superpower widerspiegelte. Automatisch geriet man in Schwingung, ob man wollte oder nicht. Nutbush, noch während sie sich weiterhin von allen Seiten im Spiegel betrachtete, begann Esther sich im Rhythmus der Musik zu bewegen und schaute sich dabei im Spiegel zu. Das erregte sie plötzlich ungemein. Sie betrachtete dabei ununterbrochen ihr Spiegelbild, während ihre Hände ihre noch immer straffen Brüste umschlangen, die sich wie Knospen einer Rose stolz nach vorne wölbten.

„Nicht schlecht für dein Alter, meine Liebe.“

Das Dröhnen der Musik aus den großen Lautsprechern ließ den Boden in der ersten Etage erzittern. Irgendjemand musste die Laufstärke hochgestellt haben, denn Dave war das sicher nicht. Er hasste zu laute Musik. Nur sehr vage vernahm sie das Klopfen an der Schlafzimmertür, das sich langsam zu einem Pochen entwickelte. Dave stand draußen vor der Tür und wollte, dass sie ihm öffne. Sie ignorierte es einfach und konzentrierte sich weiter auf die herrliche Musik und ihre Gefühle.

„Klopf du nur. Heute schläfst du ganz sicher im Gästezimmer, soviel ist sicher mein Liebling.“

Die Vibration drang durch ihren Körper, ja, sie stimulierte sie auf eine seltsame Art und Weise, die ihr ein ganz neues wundervolles Gefühl vermittelte.  Ihre Hand glitt sanft wie von selbst von ihren Brüsten über ihren Bauch zu ihren Schamlippen. Als ihre rechte Hand über ihr Schambein glitt, spürte sie ein unglaubliches Verlangen, sich selbst zu befriedigen. Mit zwei Fingern umklammerte sie ihre Klitoris, ihr wurde heiß und sie stieß genussvoll und voller Wonne ihren Mittelfinger in ihre Vagina. Sofort vergaß sie alles andere um sich herum. Nichts außer ihr, ihrem Spiegelbild und ihrer großen Lust auf Selbstbefriedigung existierten in diesem Moment.

Mit geschlossenen Augen stellte sie sich vor, es wären die Finger eines rassigen, geilen, aber zärtlichen Liebhabers. Sie sah einen muskulösen, gut aussehenden, braungebrannten schwarzhaarigen Mann mit stahlblauen Augen, einem muskulösen Körper und einem wundervoll männlichen Geruch vor sich. Sie spürte, wie sein straffer Körper mit ihrem verschmolz. Sie stellte sich vor, wie er sie zärtlich glücklich machen würde. Sie steigerte sich so sehr in diese Vorstellung, dass sie glaubte, ihn wirklich riechen und spüren zu können.

Mit den Handballen stimulierte sie ihren Kitzler in rotierenden Bewegungen, was sie immer mehr in Stimmung brachte, sie immer geiler werden ließ. Ihr Mittelfinger drang in rhythmischen Bewegungen tief in ihre Scheide ein. Sie war inzwischen so feucht wie ein großes biotopisches Feuchtgebiet. Mit ihrem Mittelfinger befeuchtete sie zwischendurch ihre inneren Schamlippen, sodass ihre Hand besser gleiten konnte. Ein unbeschreibliches Kribbeln begann ihren ganzen Körper zu erobern.

Ihre linke Hand umklammerte noch immer ihre Brust, während sie nun langsam zu Boden sank. Mit weit gespreizten Beinen drückte sie sich gegen die Spiegelwand, öffnete nun wieder ihre Augen, um sich bei der Selbstbefriedigung zuzuschauen, was sie noch mehr erregte. Mit lautem Stöhnen wurde ihre Hand immer schneller in ihrer Bewegung. Esther wurde so geil und feucht, wie lange schon nicht mehr. Jede Selbstberührung genoss sie in vollen Zügen, als sei es das erste Mal in ihrem Leben, dass sie solche starken Empfindungen habe. Inzwischen bebte ihr gesamter Körper und schrie förmlich nach mehr. Sie schloss wieder ihre Augen und sah sofort das Bild dieses rassigen Mannes vor ihrem geistigen Auge. Mit ihm kam sie ihrem Orgasmus immer näher.

Rezensieren erbeten

Eure Caren Anne Poe

 

Mein neuer Frauenroman kommt soon – Leseproben für Rezensenten

Dieser Roman ist nichts für Männerohren!

Diesen Roman sollte Frau alleine genießen!

Es ist eine spannende, unterhaltsame, lustige und witzige Frauengeschichte über eine Frau ab 50, die beschließt, ihr Leben kurzerhand auf den Kopf zu stellen und ein vollkommen neues Leben zu beginnen. Zum ersten Mal in ihrem Leben erlebt Esther Orgasmen, die sie nie zuvor kannte. Und sie wird fast süchtig danach. Doch nicht jeder findet ihre neue Lebensart akzeptable. Nicht jeder Mann lässt sich gerne von einer selbstbewussten Frau abservieren.  Eines Tages wird Esther von einem Stalker verfolgt, ihre Freundin Maureen trachtet ihr nach dem Leben, genau wie Malcom, der sie um jeden Preis aus dem Wege haben will. Auch Sammy fühlt sich in seiner Ehre gekränkt. Könnte er der Stalker sein? Und was ist mit Dave? Doch Esther genießt ihre neue Freiheit, ihr neues Leben aus vollen Zügen, bis seltsame Dinge ihr neues Lebensglück empfindlich stören. Erst als es immer schlimmer wird, schaltet Esther Scotland Yard ein.

Ich werde hier in meinem Blog Stück für Stück Passagen bloggen, um Eure Meinung dazu zu hören. Entweder direkt hier im Blog als Kommentar oder an meine Mailanschrift autor@caren-anne-poe.com 

Leseprobe:

Gil, wer sagt, dass wir die Männer brauchen?

Erstarrt vor Schreck stand Esther da, traute sich nicht, ihren Kopf zu bewegen, sich umzuschauen. Um sie herum entstand großes Gelächter. Sie konnte die Blicke der anderen, die jetzt auf ihr ruhten, beinahe körperlich spüren. Im nächsten Moment war ihr, als hätte sie jemand innerlich angezündet. Ein Gefühl des Schmerzes, der Demütigung, eine tiefe Zerrissenheit durchflutete ihren Körper, als stünden alle ihre inneren Organe plötzlich in lodernden Flammen. Jeder einzelne Punkt ihres Körpers tat weh, ihr Magen schien plötzlich auf Erbsengröße geschrumpft zu sein, so sehr hatte er sich zusammengekrampft. Sie bekam kaum noch Luft.

Schweiß brach bei ihr aus. Die Schweißperlen rannen an ihrer glatten Stirn herunter, benetzten ihre Augen, sodass die salzigen Schweißperlen Löcher in ihre Netzhaut zu brennen drohten. Trotz des Schmerzes war sie unfähig, sich zu bewegen. Sie kniff die Augen fest zusammen, um die Schweißperlen herauszuquetschen. Mit ihrer Zunge leckte sie den Schweiß von ihrer Oberlippe, ihre Knie schienen plötzlich aus Gummi zu bestehen. Nur mit großer Mühe konnte Esther es ertragen und die Contenance wahren. Ihr Verstand weigerte sich zu verstehen, was hier mit ihr geschah. Doch in

Wirklichkeit bebte sie innerliches und sie hoffte, Dave würde augenblicklich ersticken. Sie konnte das Parfüm von Lynn riechen, so nahe schien sie ihr zu sein. Und sie konnte das schreckliche Gelächter der anderen Männer hören, die sich offensichtlich köstlich amüsierten.

Wie kannst du mir das antun? fragte sie Dave in Gedanken. Ihr gesamter Körper war in Aufruhr, ein unangenehmes Kribbeln durchfuhr sie plötzlich und Esther wünschte sich in diesem Augenblick nichts sehnlicher, als dass der Boden sich öffnen und sie erbarmungsvoll verschlingen möge.

Sollte sie jetzt nicht laut protestieren? Doch sie brachte kein einziges Wort hervor. Irgendwann wird es vorbei sein, dachte sie im gleichen Moment, während sie Daves Darbietung immer noch wie erstarrt über sich ergehen ließ. Und was würde ein Protest ihr nützen? Konnte sie das Geschehene dadurch ungeschehen machen? Ihr wurde augenblicklich klar, je mehr sie protestieren würde, desto länger würde diese Qual andauern. Also schwieg sie weiter, sagte nichts, ertrug es einfach, ließ es einfach geschehen. Hinter ihr vernahm sie ganz deutlich die Stimme von Lynn Paddy.

„Schaut ganz so aus, als würde es ihr nicht gefallen.“

„Wie kommst du darauf?“ hörte sie Robert Bennett fragen.

„Na, schau´ sie dir doch mal genau an, sie bricht in Schweiß aus, steht dort wie eine Litfaßsäule. Ich wette mit dir, dass sie vor Wut kocht.“

„Vielleicht genießt sie nur Daves Vorstellung.“

„Das glaube ich weniger, ehrlich gestanden. Ich wäre jedenfalls so was von sauer auf meinen Mann, wenn er mir das vor all meinen Freunden antäte. Ich glaube, ich würde ihn auf der Stelle lynchen.“

„Für so einen Liebesbeweis? Du tickst ja nicht richtig.“

„Typisch Mann, ihr habt doch keine Ahnung, was wir Frauen wirklich unter Liebe verstehen. Das sicher nicht!“

„Euch kann man es nie recht machen.“

„Ha, das ich nicht lache. Deine Frau tut mir echt leid, da sie offenbar mit einem Macho verheiratet ist.“

„Leck mich!“

Morgen geht es weiter. Eure Caren Anne Poe