Interessante Berichte und Artikel *meine eigenen Bücher*News

Manuskripte

Wird das der neue Bestseller? „Gil, wer sagt, dass wir die Männer brauchen?“

Letzte Leseprobe des Romans:

„Gil, wer sagt, dass wir die Männer brauchen?“  (nichts für Männerohren).

„Malcom liebt mich und nur das zählt für mich. Mich interessiert es nicht, wie ich auf andere Männer wirke.“
Gil machte, während sie das sagte, auf Esther den Eindruck eines bockigen Kleinkindes.

„Ach komm Gil, mach dir nichts vor. Warum gehst du zum Friseur, warum kaufst du dir hübsche Sachen, für wen machst du dich schön, wenn du aus dem Hause gehst? Dein Malcom würde noch nicht einmal merken, wenn dir dein Friseur eine Glatze verpasste.“

„Du bist heute richtig gehässig und gemein, unerträglich. Ich glaube, ich sollte jetzt nach Hause fahren.“

„Gil bitte, ich meine es doch nicht böse. Im Gegenteil. Ich will dich doch nur wachrütteln, damit du nicht dein gesamtes restliches Leben vergeudest, wegwirfst. Es gibt doch noch mehr, als das Haus sauber zu machen, einem phlegmatischen Ehemann alles hinterher zu räumen, immer den gleichen Trott zu absolvieren. Willst du denn wirklich die nächsten dreißig Jahre so leben? Es gibt doch auch noch ein Leben vor dem Tod.“

„Wieso redest du plötzlich vom Tod. Muss ich etwas wissen?“

„Ach Unsinn, mach dir keine Sorgen. Mir geht es gut, gesundheitlich jedenfalls. Aber ich will nicht weiter den Rest meines Lebens sinnlos vergeuden. Ich will endlich wieder Fun haben, will mich amüsieren, will nette Leute treffen, will irgendwas Nützliches tun. Und ich will wieder spüren, dass ich eine Frau bin. Und genau das werde ich auch tun. Scheißegal, was andere drüber denken.“

„Du scheinst dich ja schon gut vorbereitet zu haben? Was ist mit Dave?”

„Dave geht es wieder besser. Er ist sehr zufrieden mit seinem neuen Job in Bournemouth. Auch wenn Küchen nicht gerade sein Fall waren, so hat er sich doch damit arrangiert. Sein Chef scheint auch mit ihm außerordentlich zufrieden zu sein. Und Gott sei Dank hat er mit der Sauferei wieder aufgehört. Ich glaube sogar, dass er eine Geliebte in Bournemouth hat.“

Dabei schaute sie einen Moment lang aus dem Fenster des Cafés und beobachtete nachdenklich einige der vorüberziehenden Menschen. Sie war kurz mit ihren Gedanken abgedriftet.

„Du machst mich heute echt fertig, Esther. Noch so eine Neuigkeit. Bist du sicher, dass Dave eine andere hat?“

„Nein, sicher bin ich nicht. Es gibt keine Beweise dafür. Aber er bleibt häufig in Bournemouth über Nacht, angeblich, weil er abends noch mit einem Kunden zum Essen gehen muss. Das glaube ich allerdings nicht mehr. Kommt zu oft vor.“

„Hast du ihn mal gefragt?“

„Was soll ich ihn denn fragen. Hallo Schatz, sag mal, hast du eine Neue in Bournemouth, mit der du mich betrügst? Mit der du fröhliches Hoppahoppa veranstaltest, den Hengst spielst?“

„Sei nicht albern. Aber du könntest ihn doch mal fragen, ob es in seinem Leben eine andere Frau gibt.”

„Und du glaubst, er würde es mir brühwarm beichten? So nach dem Motto, klar Schatz, du hast ja nie Lust und ich muss mich schließlich irgendwo befriedigen können. Das verstehst du doch sicher. Meinst du so was in der Art?”

„Unglaublich!“

„Was, was ist jetzt schon wieder unglaublich?“

„Dein neuer Sarkasmus ist unbeschreiblich. Warst du früher schon so sarkastisch und es ist mir nur nie aufgefallen, oder ist das jetzt deine neue Art der Kommunikation?“

„Wieso denn, ich sage nur, wie das wahre Leben so ist. Natürlich würde er alles abstreiten und mich für blöd verkaufen wollen, falls ich mit meiner Vermutung richtig liegen sollte. Da hab ich keinen Bock drauf. Nicht mehr.“

„Falls er dir nicht die Wahrheit sagen würde, wird er aber sicher nervös werden. An seiner Reaktion kannst du sicher ablesen, ob er dich belügt und betrügt.“

„Vielleicht will ich es gar nicht mehr wissen. Ich will mich ohnehin scheiden lassen. Der einzige Grund, weshalb ich noch bei ihm bin ist, dass ich ihn nicht im Stich lassen wollte, als er ohnehin schon durch den Jobverlust so stark angeschlagen und niedergeschlagen war. Das war ich ihm schuldig nach so vielen Jahren Ehe. Aber nun ist Schluss. Schluss mit meiner Loyalität, meinem Entgegenkommen, meinem Service, meiner vorgegaukelten Zufriedenheit des Frieden Willens. Ich will nicht mehr. Er braucht mich nicht mehr und ich brauche ihn nicht mehr. Punkt aus.“

„Tut mir leid, aber ich kann das nicht glauben, dass du dich nach so langer Zeit so einfach von deinem Mann trennen kannst.“

„Na, dann wart mal ab. Das wirst du bald sehen, wie einfach das geht. Als ich mit Sammy Sex hatte, wurde mir klar, dass mein Leben noch nicht vorbei ist. Das noch Leben in mir drin ist. Das noch nicht alles tot ist. Das ich noch etwas von meinem Leben erwarte, dass ich noch Spaß haben will, Abenteuer erleben will, einfach nur tun und lassen können will, wozu mir gerade der Sinn steht. Kannst du das nicht verstehen? Wenigstens ein kleines Bisschen?“

„Ich muss erst einmal all deine Neuigkeiten verdauen. Mir ist beinahe schwindlig davon. Ich erkenne dich kaum wieder.“

          Als Gil an diesem Abend nach Hause kam, saß ihr Malcom bereits wie jeden Tag, vor dem Fernseher, die Füße auf dem Wohnzimmertisch, und wie immer mit einer Flasche Bier in der Hand. Er bemerkte nicht einmal, als Gil das Zimmer betrat.

„Hallo Schatz, na, hattest du einen schönen Tag?”, fragte Gil, als sie auf Malcom zuging, um ihm einen Kuss auf seine nach alten Zigaretten riechende Stirn zu geben.

„Geht so. Wusstest du, dass unsere verdammte Regierung gerade beschlossen hat, in einem Eilverfahren nun doch das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung beschließen zu können? Diese Banditen! Diese gottverdammten Gangster. Die gehören alle nach Sibirien in ein Arbeitslager, damit sie wieder zu Verstand kommen.“

Malcom konnte sich immer mächtig aufregen, wenn es um Politik ging. Da diskutierte man besser nicht mit ihm.

„Wir haben doch nichts zu verbergen. Uns kann das doch egal sein.“

„Darum geht es doch gar nicht, du Dummerchen. Es geht darum, dass wir Bürger immer mehr kontrolliert und ausspioniert werden sollen, während die Politgangster tun und lassen können, was sie wollen. Und bei Bestechungsgeldern und Steuerhinterziehung, wird alles brav unter den Teppich gekehrt. Aber den kleinen Mann kriegen sie gleich am Arsch, den bestraft man schon für Peanuts. Aber davon verstehst du ja ohnehin nichts.“

Malcom wandte sich angewidert wieder seinem Fernseher zu und Gil kam augenblicklich das Gespräch mit Esther in den Sinn. War Malcom wirklich noch der Mann, den sie einmal so sehr liebte? Liebte sie diesen Mann tatsächlich noch so sehr, wie sie heute vehement behauptete?

Gil verließ schweigend, aber auch nachdenklich das Wohnzimmer. Sie ging in die Küche, um sich ein Glas Weißwein zu holen. Aber anstatt ins Wohnzimmer zurückzugehen, wie üblich, ging sie in die erste Etage in ihr Nähzimmer und setzte sich in ihren kleinen Luis Philippe Sessel, den sie einst vom Sperrmüll mitgenommen hatte. Da der Polsterstoff verschlissen und dreckig war, ließ sie den antiken Stuhl mit einem modernen Jacquardstoff beziehen. Sie liebte diesen Sessel. Nachdem sie den ersten Schluck getrunken hatte, stand sie wieder auf und lief auf leisen Sohlen in das Erdgeschoss, um das tragbare Telefon vom Flur zu holen. Malcom stierte weiter in den Fernseher, beteiligte sich an der dortigen Diskussion, als ob sie ihn hören könnten.

Sie wählte die Nummer ihrer Freundin und wartete eine Weile. Esther hatte das Klingeln nicht gleich gehört, weil sie gerade in der Küche herumwurschtelte. Gerade wollte Gil auflegen, als Esther den Hörer abnahm.

„Sieh an, sieh an, ist etwas passiert? Ist Malcom von der Couch gefallen?“

„Bitte Esther, lass diesen Sarkasmus. Sonst lege ich sofort wieder auf. Mir steht gerade echt nicht der Sinn danach.“

Jetzt realisierte Esther die Verzweiflung in Gils Stimme.

„Ja, sorry my dear, du hast recht. War blöd von mir. Entschuldige bitte.“

„Schon gut, schon vergessen.“

„Was ist los Gil, warum rufst du mich an. Wir haben uns doch erst gesehen.“

Gil schwieg einen Moment, denn sie hatte einen ganz dicken Kloss im Hals. Sie hätte am liebsten heulen wollen.

„Gil, was ist los? Muss ich mir ernsthaft Sorgen machen?“

„Du hattest recht, recht mit allem.“

Gil musste wieder schlucken. Sie hätte am liebsten wirklich einfach nur losheulen wollen.

„Was hältst du davon, wenn wir heute Abend zusammen essen gehen? Ich werde auch meinen Sarkasmus im Garderobenschrank zurücklassen, okay?“

„Danke Esther. Wo wollen wir uns treffen?“

„Ich hol´ dich in einer halben Stunde ab. Ist das Okay für dich?“
„Ich freue mich. Bis dann.“

Nachdem Gil aufgelegt hatte, ging es ihr schon wieder besser. Sie ging zu Malcom ins Wohnzimmer, der bereits eine neue Flasche Bier geöffnet hatte und immer noch vor dem Fernseher weilte und heftig mitdiskutierte.

„Ich gehe heute Abend nochmal fort.“

Empört stellte Malcom demonstrativ seine Bierflasche auf den Tisch und schaute sie fragend an.

„Wo willst du denn hin?“, fragte Malcom vorwurfsvoll.

„Ich treffe mich noch mal mit Esther. Sie will mir was Wichtiges erzählen.“

„Und das konnte sie nicht heute Nachmittag tun?“ fragte Malcom nun leicht verärgert. Er mochte Esther wegen ihrer neuerlichen Leichtlebigkeit nicht und weil sie immer so direkt war. Doch bisher gab es keinen triftigen Grund, seiner Gil den Umgang mit ihr zu untersagen. Doch er arbeitete bereits daran, genau das ändern zu wollen.

„Wo trefft ihr Euch?“, wollte er wissen.

„Sie kommt gleich und holt mich ab. Ich weiß noch nicht, wann ich zurück sein werde. Warte also bitte nicht auf mich.“

Gil war bereits im Gehen, als Malcom plötzlich aufsprang und sie entsetzt anschaute.

„Wieso weißt du nicht, wann du wiederkommst. Ist da etwa ein Kerl im Spiel?“

„Wird nicht albern bitte. Esther hat derzeit einige Probleme, über die sie nochmals mit mir sprechen will. Weiter nichts“, log sie.

Gil ließ den verdutzt schauenden Malcom stehen und ging nach oben in ihr Schlafzimmer, um sich etwas Frisches anzuziehen und sich neu zu schminken. Danach betrachtete sie aufmerksam ihr Spiegelbild von allen Seiten, tastete ihre Falten vorsichtig ab. Wie tief sie schon waren, stellte sie mit Schrecken fest und rückte dem Spiegel noch näher auf die Pelle. Dann zog sie rechts und links die Wangen nach hinten. Plötzlich sah sie um zehn Jahre jünger aus.

„Vielleicht sollten wir uns liften lassen“, sprach sie zu ihrem Spiegelbild.  

„Was hältst du davon? Dann finde ich vielleicht auch einen Liebhaber, der mein Sohn sein könnte.“

Sie gab ihrem Spiegelbild einen Kuss und musste schmunzeln. Es läutete und Gil musste das Gespräch mit ihrem Spiegelbild bedauerlicherweise abbrechen.

„Wir sprechen später weiter, okay, aufgeschoben ist nicht aufgehoben, verstanden?“  Gill musste über sich selbst lachen und verließ kichernd das Badezimmer.

„Hi Gil, bist zu fertig?“

„Ja, lass uns gehen. Ciao Malcom, hab´ einen schönen Abend.“

„Bleib nicht zu lange, ja“, rief Malcom zurück.

„Und, was hat dein Göttergatte gesagt, dass du heute Abend nochmal verschwindest und das auch noch ausgerechnet mit mir, seiner Lieblingsfreundin?“

„Na klar, das missfällt ihm ganz und gar. Er wollte wissen, wann genau ich zurück sein werde. Der spinnt doch wohl, ich bin doch nicht seine Tochter, der er eine Uhrzeit mitgeben kann.“

„Bravo, bravo, das kleine Mädchen wird erwachsen.“

„Ich dachte, du wolltest deinen Sarkasmus im Kleiderschrank zurücklassen?“

„Ja, sorry, aber es macht so einen unbeschreiblichen Spaß. Das solltest du auch mal probieren, dir so einen kleinen Sarkasmus zuzulegen. Das macht das Leben echt leichter, wirklich.“

Sie fuhren erst ein wenig herum, weil sie sich noch nicht einig werden konnten, wo sie eigentlich hinwollten. Dann schlug Esther ihr vor, nach Ringwood in den The Star Inn Pub zu fahren. Ein Pup, in dem man kaum fürchten musste, Leute aus ihrer Ecke anzutreffen und wo man gemütlich eine Kleinigkeit essen und vor allem, in Ruhe quatschen konnte.

„Das ist eine gute Idee. Aber ist das nicht zu weit für einen Abend?“

„Unsinn Gil, ich hab doch ein superschnelles Pferd unter meinem Hintern.“

Auf der Fahrt schwiegen beide eine Weile, jeder hing seinen Gedanken hinterher und Esther musste sich ohnehin auf die schmale Straße konzentrieren. Hier konnte jederzeit ein Hund, ein Fuchs, ein Schaf oder auch schon mal ein Pferd, dass aus dem nahe gelegenen New Forest ausgebückelt war, plötzlich auf der Straße erscheinen. Sobald es dunkel wurde, musste man verdammt aufpassen.

Als sie dort ankamen, war der Pup ganz gut besucht. Doch kaum hatten sie das Lokal betreten, stand just in dem Moment ein junges Paar auf, die in einer kleinen Ecke an einem Zweimanntisch gesessen hatten. Schnell schlängelten sie sich um die herumstehenden Männer, die mit ihren Biergläsern an der Bar standen, herum und ergatterten den avisierten Tisch.

„Das war Glück. Schau mal, wie viele Leute noch reinkommen und einen Tisch suchen. Gut gemacht, Esther.“

„So, nun aber mal zu dir. Was war nun wirklich los, weshalb hast du mich angerufen? Nicht das ich mich nicht darüber gefreut habe, aber ich habe mir ernsthafte Sorgen gemacht, weil ich den Eindruck hatte, dass du kurz davor warst, zu heulen.“

„Wie gut du mich in der Tat schon kennst. Ich hätte wirklich heulen wollen. Du hattest recht, mit allem, was du heute Mittag über Malcom gesagt hast. Alles stimmt.“

Und wieder musste Gil gegen die Tränen ankämpfen.

„Schätzchen, lass es raus, heul, es sieht dich hier in der dunklen Ecke sowieso niemand. Ich sitze zudem auch noch vor dir. Lass die Wut erst mal raus, dann wird es dir gleich besser gehen.“

„Ach Esther, du glaubst ja gar nicht, wie mich das alles schon lange ankotzt, jeden Tag sein miesepetriges Gesicht ertragen zu müssen. Dann seine penetrante Gleichgültigkeit mir gegenüber. Wenn er etwas im Fernsehen sieht, oder er mir was erzählt oder mich was fragt und ich dann Stellung beziehe,  vielleicht anderer Meinung bin, dann nennt er mich grundsätzlich ein Dummerchen, oder ich würde spinnen, wenn ihm meine Antwort nicht passt. Es kotzt mich nur noch an, er kotzt mich nur noch an, dieser abgehalfterte Penner.“

„Wow, das war jetzt aber eine aufgestaute Wut, die sich gerade entladen hat. Bravo. Du bist dabei, endlich die Scheuklappen abzusetzen.“

„Letzte Woche sagte ich beim Essen, ich müsse mir einen Termin beim Frauenarzt machen, weil ich seit einiger Zeit immer mal wieder so eine seltsame Schmierblutung habe. Meine Menopause ist ja schon lange vorbei.“

„Und was hat er gesagt?“

„Nichts.“

„Wie jetzt nichts?“

„Nichts, er hat einfach weiter gegessen und mm gebrummt, das war alles. Er hat nicht gefragt, oh Schatz, denkst du, dass könnte was Schlimmeres sein oder so. Nichts, es hat ihn überhaupt nicht interessiert, diesen Egomanen.“

„Wieso, was ist los mit dir? Denkst du, es könnte Krebs sein?“

Esther war aufrichtig geschockt. Sie wollte auf keinen Fall ihre einzige und beste Freundin verlieren, hat sie doch noch so viel mit ihr vor. Sie weiß es nur noch nicht.

„Und wann hast du einen Arzttermin?“

„In drei Wochen, früher ging es nicht. Würdest du mit mir mitgehen?“

Gil war es offenbar sehr wichtig, dass sie nicht alleine zum Arzt gehen musste. Nicht in dieser Situation.

„Ist doch klar, ich lasse dich doch nicht alleine gehen. Du weißt ja, dass ich deinen Malcom, diese Trandüse noch nie leiden konnte. Mach endlich Schluss mit dieser Schmierenkomödie einer Ehe.“

„Ich trau mich das noch nicht. Aber wenn Malcom so weiter macht, wird es sicher nicht mehr lange dauern, bis ich all meinen Mut zusammenraffe und es so mache wie du.“

„Und warum willst du noch mehr deiner sehr kostbaren restlichen Lebenszeit mit diesem Ego verdaddeln?“

„Wie soll es dann weitergehen, Esther. Wovon soll ich leben, wo soll ich wohnen. Von meinem kleinen Halbtagsjob kann ich mir kein eigenes Leben leisten.“

„Zuerst kommst du mal zu mir. Dann suchst du dir in aller Ruhe einen vernünftigen Job oder wir beide machen was gemeinsam, was hältst du davon? Ich hab da nämlich schon eine Idee.“

„Und was würde Dave dazu sagen, wenn ich plötzlich bei euch einziehen würde?“

„Ich meinte, bei MIR einziehen. Nicht in unserem Haus, sondern in meine Wohnung.“

„Dann hast du dich bereits von Dave getrennt? Ich dachte, das wolltest du erst machen?“

„Ja, Dave weiß noch nicht, dass ich bereits eine neue Wohnung habe. Ich ziehe Stepp by Stepp heimlich um. Er hat bisher noch nichts gemerkt. Ich sage es ihm erst, wenn alles erledigt ist.“

„Findest du das nicht etwas unfair.“

„Doch schon, aber ich will keine langen Diskussionen und keine emotionalen Ausbrüche erleben. Dem gehe ich somit aus dem Weg.“

„Man Esther, wo nimmst du bloß all diese Energie her und die Ideen? Was ist das für eine Idee?“

„Das erzähl ich dir beim nächsten Mal, denn ich muss noch einige Dinge klären.“

„Und was ist das, was du planst?“

„Warts ab, du wirst es bald erfahren, versprochen, aber nicht heute. Ich muss erst noch was klären, aber dann erfährst du es natürlich als Erste.“

„Na, da bin ich aber gespannt. Der arme Dave, irgendwie tut er mir jetzt schon leid. Das hat er eigentlich nicht verdient.“

„Ich denke, Maureen wird ihn sicher nach Kräften trösten.“
Sie konnte nicht verhindern, dass ihr ein gehässiger Lacher entwich.

„Glaubst du wirklich, dass an den Gerüchten über Maureen und Dave was dran ist, dass die beiden….“

Gil sprach nicht weiter.

„Aha, jetzt kommt es raus. Du wusstest also schon von den Gerüchten? Wieso hast du heute Nachmittag davon gefaselt, ob ich sicher sei, dass Dave eine Geliebte hat, wenn du offensichtlich bestens im Bilde bist? Aber soll ich dir was sagen, es macht mir nicht die Bohne, ich bin Maureen, wenn es stimmen sollte, eher dankbar, denn dadurch hat sie mir ein großes Problem, eine Auseinandersetzung mit Dave abgenommen. Eigentlich kann ich überhaupt nicht glauben, dass ich mit diesem Mann so lange schon verheiratet bin. Du meine Güte, er ist mir in den letzten Jahren so fremd geworden, wie jemand, der mir zufällig auf der Straße über Weg läuft. Ist das nicht seltsam?“

„Das glaube ich dir nicht. Ihr wart sehr lange sehr glücklich. Das kann nicht nur Täuschung gewesen sein. Übrigens tut mir wirklich leid, dass ich heute Nachmittag nicht ehrlich zu dir war. Aber ich wollte mich auch nicht unbedingt an dieser Gerüchteküche beteiligen. Bist du mir böse?“

„Unsinn. Das verstehe ich doch. Aber du hast recht, wir waren mal sehr glücklich miteinander. Aber alles geht einmal zu Ende, auch die Liebe. So ist eben das wahre Leben.“

Dabei schaute Esther nachdenklich geworden in ihr Bierglas und überlegte wieder, wann ihre große Liebe eigentlich abgestumpft war, oder besser gesagt, auf der Strecke blieb?

„Worüber denkst du nach?“ riss Gil sie plötzlich aus ihren Gedanken.

„Ich dachte in der Tat gerade darüber nach, wie verliebt und glücklich wir tatsächlich einmal waren. Wir konnten zu Beginn beinahe keine freie Minute ohne den anderen sein. Und wie seltsam es ist, dass nichts mehr, aber auch wirklich überhaupt nichts mehr davon übrig ist.“

„Kürzlich habe ich einen tollen Spruch gehört. Es heißt, wenn die Liebe stirbt, ist es immer Nacht. Dann zündest du ein Streichholz an, aber es bleibt trotzdem dunkel“, zitierte Gil.

„Besser hätte ich das Ende unserer Liebe auch nicht beschreiben können.  In den letzten Jahren hatten erst die Kinder die Ehe zusammengehalten, dann blieb ich nur noch aus Mitleid bei Dave, weil er wegen seines Jobverlustes so schrecklich depressiv wurde. Wäre beides nicht gewesen, glaub mir bitte, wir wären bereits seit Jahren geschieden.“

„Wie viele Ehen mag es wohl wie unsere geben?“

„Lass uns nicht darüber nachdenken. Für uns beginnt ein neues Leben.“
Beide Frauen begannen zu lachen und mit den Männern an der Bar zu flirten, die sie ständig im Auge hatten, weil sie plötzlich so viel kicherten. Denn sie ließen sich mal so richtig über ihre Männer aus und das tat verdammt gut.

An diesem Abend kam Gil noch kritischer heim, noch nachdenklicher. Malcom würdigte sie keines Blickes, weil es bereits weit nach Mitternacht war, als seine Gil sich endlich mal wieder blicken ließ. Er zog abermals seine berühmt muffige Visage, die Gil sofort anwiderte. Malcom wollte ihr damit unmissverständlich zu verstehen geben, dass ihm ihre Alleingänge, zumal mit dieser schrecklichen Person Esther zusammen, überhaupt nicht passen und missfallen. Und natürlich wollte er sie für das später Heimkommen und ihren Alleingang bestrafen.

Dabei bemerkte er natürlich nicht, dass er damit selbst mehr und mehr an dem Ast sägte, auf dem er selbst saß. Denn all diese unerfreulichen Dinge zwischen ihm und seiner Gil, brachten Gil ihrem Ziel, ihn zu verlassen immer näher. Gil hatte weder Lust, sich sein dummes Gesicht, noch seine Vorwürfe anhören zu wollen und wollte auch keine Diskussion mit ihm führen. Also ging sie sofort nach oben ins Bad, um sich bettfein zu machen, danach ging sie sofort zu Bett. Als sie ihn Minuten später ins Zimmer kommen hörte, stellte sie sich schlafend.

Malcom schien begriffen zu haben, dass ihn seine miese Art nicht weiterbringen würde und versuchte es nun mit Freundlichkeit.

„Gil, Schatz, bist du noch wach? Ich will mich entschuldigen.“
Doch Gil rührte sich keinen Millimeter, versuchte ruhig und gleichmäßig zu atmen, um sich nicht zu verraten. Nun plagt dich wohl dein schlechtes Gewissen, sprach sie im Stillen zu Malcom.
Nachdem Gil offenbar schon schlief, ging er ungewöhnlich leise ins Bad, dann kroch auch er vorsichtig in sein Bett, um sie nicht zu stören. Soviel Rücksicht hast du seit Jahren nicht mehr auf mich genommen. Gil wusste, dass ihn jetzt sein schlechtes Gewissen plagte.

Genau deshalb fand er keinen Schlaf, so sehr er sich auch um Schlaf bemühte. Er wusste, dass er es in der letzten Zeit mit seiner Muffigkeit maßlos übertrieben hatte. Plötzlich überkam ihm ein großes Angstgefühl, dass er dabei war, seine Gil zu verlieren, falls er sie nicht schon längst verloren hatte. Da schwor er sich, in Zukunft alles anders zu machen.

Auch Gil konnte nicht wirklich schlafen, traute sich aber nicht, sich unruhig hin und her zu bewegen. Sie spürte, dass auch Malcom wach war und nicht schlafen konnte. Aber um nichts auf der Welt wollte sie jetzt mitten in der Nacht, oder besser gesagt, am frühen Morgen mit ihm irgendwelche ernsthaften Beziehungsgespräche führen.

Irgendwann schliefen beide dann doch ein. Der Wecker klingelte erbarmungslos um sechs Uhr dreißig. Gil musste raus aus den Federn, denn sie musste zur Arbeit. Nachdem Malcom in Frührente gegangen war, hatte sie wieder einen Halbtagsjob als Verkäuferin in einer kleinen Boutique für Damenmoden angenommen, der ihr sehr viel Freude machte. Leider war ihr Verdienst nicht so besonders. Aber mehr konnte die Chefin nicht zahlen, weil der Laden nicht so viel abwarf. Doch das war Gil damals egal gewesen. Sie wollte nur nicht den ganzen Tag mit Malcom im Haus herumhängen, wie ihr erst jetzt bewusst wurde.

Als Gil noch ziemlich schlaftrunken in Richtung Bad schlappte, roch es bereits im ganzen Haus nach Kaffee. Vorsichtig wagte sie einen Blick die Treppe runter und hörte Malcom in der Küche wurschteln.
Malcom wird doch nicht etwa Frühstück machen, das wäre ja das erste Mal wieder seit mindestens, sie musste einen Augenblick überlegen, ja seit wann eigentlich, ich glaube seit etwa fünfzehn Jahren. Es geschehen doch noch Wunder, falls ich mich nicht täusche.

Schlagartig war sie hellwach und begab sich beschwingt ins Bad. Sie wusste nun, sie war auf dem richtigen Weg, sie hat endlich begonnen, sich nichts mehr von Malcom gefallen zu lassen. Und das schien ihm witzigerweise offenbar gut zu tun. Als sie ihr Bad betrat, schaute sie zuerst einmal in den Spiegel.

„Siehst du meine Liebe, Esther hat recht. Man muss den Kerlen irgendwann mal die rote Karte zeigen und ihnen klarmachen, dass man auch ohne sie leben kann. Wahrscheinlich sogar besser als mit ihnen, diesen Trandüsen, wie Esther sie nennen würde. Da stimmst du mir doch zu oder nicht“ sprach sie erneut mit ihrem Spiegelbild, als sei es eine andere Person.

„Übrigens, einen wunderschönen guten Morgen meine Liebe. Hab ich dir eigentlich heute schon gesagt, du siehst echt scheiße aus, etwas zerzaust, aber sonst noch immer ganz attraktiv. Aber eine Dusche würde dir sicher gut tun. Also husch, husch, ab unter die Dusche mit dir.“

Gil musste herzhaft lachen, weil sie jetzt schon Selbstgespräche mit ihrem Spiegelbild führte. Man wird mich in die Klapse einweisen, wenn das jemand mitbekommt, dachte sie bei sich.

Nach der Dusche zog sie sich besonders chic an, schminkte sich  perfekt, wie sie es schon viele Jahre nicht mehr getan hatte und betrachtete am Ende genüsslich ihr vollendetes Werk im Spiegel.

„Na, sag schon, wie gefalle ich dir. Seh´ ich gut aus?“ fragte sie gerade wieder ihr Spiegelbild, als die Antwort von der Tür her an ihr Ohr drang. Gil fuhr erschrocken herum.

„Man hast du mich erschreckt!“

„Ja, du siehst gut aus, zu gut. Was ist los mit dir Gil? Gibt es einen anderen Mann in deinem Leben?“
Gil stand immer noch vor ihrem Spiegel und war wie gelähmt. Sie wähnte Malcom noch in der Küche. Doch schnell fing sie sich wieder und richtete erneut demonstrativ ihr Haar, obwohl es bereits perfekt saß.

„Gil bitte, sei ehrlich zu mir, gibt es einen anderen Mann.“

„Unsinn, es gibt keinen anderen Mann in meinem Leben, noch nicht, aber das kann sich sehr schnell ändern, wenn sich hier im Hause nicht ganz schnell etwas ändert. Und nenne mich nie mehr in deinem Leben Dummerchen und sage nie wieder, ich würde spinnen, nur weil ich nicht immer deiner Meinung bin, die manchmal sehr extrem ausfällt.“
Gil war vollkommen komplex über das, was ihr hier gerade so flott von der Zunge ging. Auf einmal fühlte sie sich großartig, toll, wie eine Frau, die genau weiß, was sie will. Wie Esther. Das machte sie augenblicklich sehr stolz.

„Hast du zufällig Frühstück gemacht, ich muss gleich los?“

„Ja, der Kaffee und dein Frühstück stehen unten auf dem Tisch. Gil, ich verspreche dir hoch und heilig, ich werde mich ändern. Ganz ehrlich, aber bitte, bitte, verlass mich nicht. Ich kann ohne dich nicht leben.“

„Ja, das sagen alle immer leichthin. Aber etwas dafür tun, dass eine Partnerschaft nicht zum Horrortrip wird, tun die wenigsten und dann wundern sie sich, wenn sie eines schönen Tages alleine bleiben.“
Sie ging lächelnd an Malcom vorbei, die Treppe runter zum Esszimmer und blieb abrupt stehen.

„Wo hast du denn die Blumen so schnell hergezaubert?, fragte sie verwundert.

„Ich hoffe, du bist nicht böse, aber ich habe sie gerade aus dem Garten geholt.“

„Wie nett von dir. Danke.“
Malcom fiel ein Stein vom Herzen, dass sie offenbar nicht mehr sauer war, weil er ihren ewig wohlbehüteten Garten angezapft hatte.

Schnell aß Gil ihren Tost und das Ei, dass er ihr genau auf den Punkt zubereitet hatte, nippte mehrfach an ihren Kaffee, dann musste sie los.

„Also Malcom, ich muss los, wir können später weiterreden und du kannst dir mal überlegen, was du ändern willst, ernsthaft ändern willst. Leere Versprechungen brauche und will ich nicht mehr hören.“

Noch bevor Malcom, der gerade den Mund öffnete, um noch etwas Nettes zu sagen, zu Wort kommen konnte, war Gil schon durch die Haustür entschwunden und bestieg beschwingt und fröhlich ihren Wagen. Malcom stand noch eine Weile im Türrahmen und sah ihr ängstlich nach, als wäre es das letzte Mal, dass er sie sah.

Nun konnte Gil es gar nicht mehr erwarten, in den Laden zu kommen. Sie war ja vormittags alleine dort: Ihre Chefin kam nur nachmittags, also konnte sie in Ruhe telefonieren. Sie musste unbedingt Esther von Malcoms seltsamer Wandlung berichten, ohne zu ahnen, dass diese Nachricht so gar nicht in Esthers Zukunftsplanung passte.

Die Entscheidung

Und Sie sind sich sicher, dass Sie das hier machen wollen?

„Ja, ganz und gar. Davon träume ich schon viele Jahre. Aber ich hatte bisher nie den Mut und auch nicht die Gelegenheit. Aber jetzt, jetzt will ich es, und nichts kann mich mehr aufhalten.“

„Na, dann freue ich mich, dass wir uns einig sind. Sie müssen hier unten unterschreiben.“

Esther unterschrieb den Kaufvertrag, der später noch notariell beglaubigt werden musste und freute sich schon, Gil damit zu überraschen.

            „Wenn sie Hilfe benötigen oder irgendetwas brauchen, Sie können mich jederzeit anrufen.“

„Vielen Dank, das ist sehr nett von Ihnen. Ich melde mich, wenn es Fragen gibt.“

„Na, dann kann ich Ihnen nur gratulieren und viel Glück und Erfolg wünschen.“

Die Maklerin stieg in ihren Range Rover und fuhr zurück in ihr Büro.

Vorsicht Autorenausschreibungen

Eine Autorenausschreibung jagt die nächste. 

Aber Vorsicht, nicht jedes Angebot dient auch dem Autor selbst, der sein Manuskript in fremde Hände gibt. 

Millionen neuer Autoren wollen mit dem Bücherschreiben groß rauskommen oder ihren Lebensunterhalt verdienen.Einen Verleger zu finden ist und bleibt der Jackpot im Buchbereich. Ich hatte ja bereits letztes Jahr einmal über Plagiatsprobleme hier in meinem Blog geschrieben. Da hatte eine australische Firma, die ähnlich wie Amazon arbeitet, mein Buch zum dreifachen Preis angeboten, auf eigene Rechnung natürlich, behauptet, sie hätten die alleinigen Rechte an meinem Buch. Ich habe dann mit einer Anzeige bei den australischen Authorities gedroht, wenn mein Buch nicht sofort, unverzüglich von ihrer Verkaufsseite verschwindet. Eine Woche später war es gelöscht. 

Doch gehe ich persönlich davon aus, dass sicher Millionen von Büchern kopiert und in anderen Ländern auf eigene Rechnung vermarktet werden, ohne dass der Autor es merkt, ohne dass er auch nur einen Penny davon sieht. Im Grunde muss man seine Titel regelmäßig im Internet abfragen, um zu sehen, wer sein/e Werk/e anbietet und ob man davon profitiert. 

Ein anderes Problem, dass ich vermehrt sehe, ist, dass immer mehr andere Autoren, kleine Organisationen Autorenausschreibungen anbieten, mit dem Ziel, eventuell einen Preis zu gewinnen und/oder einen Verleger. Doch auch hier ist inzwischen Vorsicht geboten. Ich glaube nämlich, dass das die beste Möglichkeit ist, sich Ideen eines Buches und den Inhalt stehlen zu können. Ich persönlich nehme an keinen Ausschreibungen, die nicht von einem namhaften Verlag ausgerufen werden, mehr Teil. Ich habe da inzwischen ein sehr ungutes Gefühlt, zumal die Berichte von Plagiatsvorwürfen sich häufen.

Denn auch Autoren, denen es selbst an Ideen für ein gutes Buch fehlt, entwickeln derzeit eine enorme Kreativität, um an den Stoff anderer Autoren heranzukommen. Darum vermeide ich alles heute, was einem Plagiatsversuch Vorschub leisten könnte.

Und Vorsicht, wenn Sie als Autor den Stoff eines erfolgreichen Buches nehmen und ihn leicht verändert wiedergeben wollen, z.B. gerade historische Bücher sind derzeit ein Trend. Das kann ins Auge gehen, wenn Ihnen der Verlag auf die Schliche kommt.

Das Leben selbst schreibt die unglaublichsten Geschichten, dass es eigentlich niemandem an Stoff zum Schreiben mangeln sollte. Meine Bücher sind bis jetzt alles wahre Geschichten, die nur ich erzählen kann.

 Gesundheitsratgeber, Hundegeschichten, Roman

Meine bisherigen Bücher

Werbung-Trilogie-1

Meine erste Trilogie über das Leben des Thomas Perhagen

 

 

 

 

 

 

Eure

Caren Anne Poe

 

 

 

Indieautoren – Selbstlektorat

Ich war geschockt, als eine Freundin, ehemalige Deutschlehrerin, mich nochmals auf Fehler in meinem Manuskript aufmerksam machte. Ich dachte, Himmel, das kann einfach nicht möglich sein. Ich habe es mindestens 100 x gelesen, geändert, Absätze gestrichen, neue eingefügt und immer wieder komplett gelesen. Und doch, es waren noch Fehler vorhanden. Wie ist so etwas möglich?, fragte ich mich. Aber die Antwort ist so simple wie logisch. Man liest seinen eigenen Text so oft, dass man ihn beinahe auswendig kennt und überfliegt beim Lesen die Fehler.

Ich denke, das ist ein sehr verbeitetes Phänomen bei Indieautoren. Denn beim Lesen von Manuskripten anderer Autoren fand ich auch eine ganze Reihe von Fehlern, die mir sofort ins Auge stachen.  Man erkennt offenbar nur schwerlich seine eigenen Fehler. Darum wäre es eigentlich eine prima Idee, wenn Indieautoren sich gegenseitig mehr unterstützen würden, sich gegenseitig ihre Manuskripte lesen ließen.

Ich hoffe aber, dass es dieses Mal wirklich das allerletzte Mal sein wird, mein Buch neu zu laden.

In diesem Sinne an alle Indieautoren, lasst andere Eure Bücher korrigieren.

Eure

Caren Anne Poe